Die Schule in Kovahl

(Ausschnitt aus den Aufzeichnungen von K.H. Genzel aus Oldendorf)

Durch die Schule hatte Kovahl eine größere Bedeutung erlangt, der Ort wurde hierdurch ein Mittelpunkt für den Bereich der Dörfer Nüdlitz, Kovahl und Neestahl. Und darüber hinaus auch für die Dörfer Ventschau und Moislingen (Moislingen gehörte zur Gemeinde Ventschau) sowie für Quarstedt (Vohrsen) und Sammatz aus dem Amt Hitzacker, weil sich diese Dörfer der Schulgemeinde Kovahl angeschlossen hatten. Die Schule in Kovahl wurde 1711 eingerichtet. Darüber berichtet Pastor Hope am 25. September 1751 an das Michaeliskloster: “Zu Kovahl hat sich das Schulehalten erst im Jahre 1711 ergeben”. Und: “Zum Schulbereich gehören die Dörfer Kofahl, Ventschow, Fahrsen, Sammatsch, Mäußeln und Neestahl”. In den ersten Jahren war Darzau noch Gastweise mit aufgenommen, erscheint aber schon ab 1740 nicht mehr bei der Auflistung der Schulkinder. Der erste Lehrer war Johann Peter Stenecke (Steinke), ein Bruder des Küsters zu Nahrendorf, er unterrichtete von 1711 bis 1743. Ein Schulgebäude war zu dieser Zeit nicht vorhanden, der Unterricht fand in einem nicht gebrauchten Backhause eines Hofes statt. Ob der Lehrer dort auch mit wohnte oder in einem gerade freien Raum eines anderen Hofes, lässt sich nicht mehr feststellen. Er scheint aber keine gesonderte Wohnung gehabt zu haben, denn aus dem Sitzungsprotokoll einer Versammlung am 15.9.1743 geht hervor, dass der nach ihm eingeführte neue Lehrer Jürgen Stenecke keine Wohnung hatte. Man muss für Kovahl annehmen, dass, solange die Lehrer in Kovahl keine eigene Wohnung hatten, sie den “Reihetisch” in Anspruch nahmen, d. h., der Lehrer ging “reihum” zu den Bauern zum Essen. Dies wurde auf seinen Sold mit angerechnet. Ab 1735 lässt sich das Geschehen um die Kovahler Schule aber besser verfolgen, weil immer vollständigere Unterlagen vorliegen. Von 1737 liegt folgende interessante Nachricht aus den Visitationsprotokollen der damaligen Zeit vor (für Nahrendorf und Kovahl): Auf die Frage: ob die Kinder im Lesen, Schreiben und Katechismus wohl informiert werden? schrieb der Visitation durchführende Pastor Hope in das vorgegebene Formular: Antwort: Nachdem Custos und Schulmeister mit dem Rechnen und Schreiben selbst nicht können fertig werden, so wird die Jugend hier nur im Lesen und Katechismus geübt. gez. Barolomäus Georg Wilhelm Hope.

Einige Jahre später steht für Kovahl: Nur wenige konnten ihren Namen schreiben.

Die Kinder aus Ventschau gingen von je her nach Kovahl in die Schule. Am 15.9.1743 fand in Kovahl eine Versammlung statt mit dem Zweck, über den Bau eines Schulhauses zu beschließen. Es war schon einige Jahre vorher darüber beraten worden, aktueller Anlass war jetzt aber auch, dass der neue Lehrer keine Wohnung fand. Die Dörfer hatten folgende stimmberechtigten Hauswirte geschickt: Von

Ventschau
Christian Steffens
Friedrich Wegrans
Vohrsen Johann Soltau
(Quarstedt) Hans-Jochim Dannenfeld
Hinrich Breße
Moislingen Johann Heinrich Bauch
Jürgen Heinrich Meyer
Frantz Jochim Barge
Sammasch (Sammatz) Christian Grimme
Jacob Grote
Christoph Schwieder (?)
Kovahl Johann Hinrich Steck
Michel Müller
Frantz Friedrich Tegeder
Valentin Reinecke
Neestahl Christian Koopmann
Andreas Eggers

Die Versammlung beschloss einstimmig, eine Schule zu bauen. Man wurde sich nur nicht über den Standort einig. Ventschau und Vohrsen brachten als Ort Ventschau in Vorschlag, weil sie die meisten Kinder schickten, dem schlossen sich 2 Sammascher an. Alle anderen schlugen Kovahl vor. Schließlich einigte man sich doch auf Ventschau, nachdem die Ventschauer versprachen, einen Platz für die Schule herzugeben mit Gartenland dazu, ferner wollten sie dem Lehrer noch besondere Vorteile geben, so freie Anfuhr von Brennholz und einen guten Garten. Sie erklärten sich in dem Falle des Baues in Ventschau auch bereit, die Kosten gleich den übrigen Dörfern anteilig mit zu tragen. Nach diesem Beschluss tat sich jedoch erst mal gar nichts.

Am 3.2.1747 berichtete Pastor Hope als Schulaufsicht und als Vorsitzender des Schulvorstandes an das Amt Bleckede: Bei dem Lokaltermin am 15.9.1743 wurde beschlossen, in Ventschau eine Schule zu bauen und einzurichten unter der Bedingung, dass die Ventschauer dazu einen Platz für die Schule mit Garten hergeben und die Baukosten wie alle anderen Dörfer mit tragen. Da aber die Ventschauer danach nicht mehr gewillt seien, einen Platz und Gartenland herzugeben und sich auch an die Übernahme der anteiligen Kosten nicht erinnern wollten, müsse die Schule nun wohl doch in Kovahl gebaut werden. Die meisten der Kinder hätten nach Kovahl auch den kürzeren Weg. Die Kovahler wollten nun bauen und erbitten zum Bau im Ort die Genehmigung. Das Amt erteilte die Genehmigung und ordnet im gleichen Monat den Bau an.

Die Dörfer Ventschau und Vohrsen sind trotzdem dagegen. Der Streit wird am 13.2.1747 in einem Vergleich vor dem Amte Bleckede dahingehend entschieden, dass das Schulhaus nach Kovahl kommt, aber “diesseits des Dorfes” (von Ventschau aus gesehen). Ganz reibungslos geht es trotzdem nicht weiter, Ventschau und Vohrsen sind nach wie vor zu nichts bereit. Am 13.10.1747 fand eine erneute gemeinsame Sitzung statt. Um überhaupt weiter zu kommen, fasste man dann folgenden Beschluss: 1. Das Schulhaus wird in Kovahl gebaut, aber außerhalb des Dorfes.
2. Die Kosten werden von den Kovahlern, Neestahlern, Moislingern und Sammatzern getragen. Ventschau und Vohrsen beteiligen sich nicht.
3. Den Platz und den Schulgarten stellen die Kovahler.
4. Mit Feuerung haben Ventschau und Vohrsen nichts zu tun.

Die Schule wurde dann gebaut. Nach den Unterlagen der Kirche im Jahre 1749. Pastor Hope steuerte zum Bau aus eigenen Mitteln bei und gab 6 Rtr. Es wurde eine kleine Schule. Eine genaue Beschreibung liegt aus dem Jahre 1807 vor: Sie war 29 3/4 Fuß lang und 19 3/4 Fuß breit = 8,69 m x 5,76 m.

Sie enthielt:

1 Stube 16 Fuß lang und 11 Fuß breit = 4,67 m x 3,21 m
1 Schlafkammer 12 1/2 Fuß lang, 6 1/2 Fuß breit = 3,65 m x 1,90 m
Die Wohnräume waren 9 Fuß hoch = 2,63 m
1 Stall 8 1/4 Fuß lang und 6 3/4 Fuß breit = 2,41 m x 1,97 m.

In der Stube musste auch der Unterricht für die Schulkinder stattfinden!

Obwohl sich die Kovahler bereits 1743 verpflichtet hatten, dem Lehrer ein Stück Gartenland unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, wurde daraus erst 1770 etwas. Ein Bauer von Kovahl gab einen Garten am Schulhaus angrenzend, ein anderer ein Stück Land im Felde Es geschah jedoch nicht unentgeltlich, sondern der Lehrer musste die Kinder der Bauern dafür kostenlos unterrichten in der lebenden Generation, in der nächsten für das halbe Schulgeld. Lehrer Tolle beschreibt die Gärten wie folgt: “einer beim Hause 40 Fuß lang (11,68 m), unten 25 Fuß breit (7,30 m) in der Mitte 20 1/2 Fuß breit (5,98 m), am Ende 4 Fuß breit (1,16 m). Der zweite Garten ist 93 Fuß lang (27,15 m), unten 66 Fuß breit (19,27 m), in der Mitte 53 Fuß (15,47 m) und am Ende 41 Fuß breit (11,97 m). Es war ein “unbedeutender und unbebauter Platz”. Im Garten wuchs “nur etwas notdürftig zur Erhaltung”. In der Stube musste auch der Unterricht für die Schulkinder stattfinden!

Obwohl sich die Kovahler bereits 1743 verpflichtet hatten, dem Lehrer ein Stück Gartenland unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, wurde daraus erst 1770 etwas. Ein Bauer von Kovahl gab einen Garten am Schulhaus angrenzend, ein anderer ein Stück Land im Felde Es geschah jedoch nicht unentgeltlich, sondern der Lehrer musste die Kinder der Bauern dafür kostenlos unterrichten in der lebenden Generation, in der nächsten für das halbe Schulgeld. Lehrer Tolle beschreibt die Gärten wie folgt: “einer beim Hause 40 Fuß lang (11,68 m), unten 25 Fuß breit (7,30 m) in der Mitte 20 1/2 Fuß breit (5,98 m), am Ende 4 Fuß breit (1,16 m). Der zweite Garten ist 93 Fuß lang (27,15 m), unten 66 Fuß breit (19,27 m), in der Mitte 53 Fuß (15,47 m) und am Ende 41 Fuß breit (11,97 m). Es war ein “unbedeutender und unbebauter Platz”. Im Garten wuchs “nur etwas notdürftig zur Erhaltung”.

Anfang des Jahres 1789 schrieb der Lehrer Bierdemann folgenden Klagebrief an das Consistorium über die Lage der Schule Kovahl: “Meine Noth und Ankliegen ist dieses

1. daß die heitzung nunmehr tu theuer ist, ich muß das Fuder in der Göhrde bezahlen zu 1 rtr., und muß haben jährlich 9 – 10 Fuder. Dabey muß ich mit Frau und Kindern noch frieren, weil ein Ofen beide Stuben heitzen muß und kann in Eine nur die meiste Zeit sein, wenn die Schulkinder nicht können. Vor meiner Zeit ist das Fuder holtz verkauft in der Göhrde zu 2 – 3 ggr., und Heyde Busch hatt in der Gemeinde auch gewäsen, und ist dem Küster frey gestanden zu holen umsonst und nichts ist mehr vorhanden davon. Holen tun sie mir daß Holtz zu Gefallen zwar, dabey muß ich Ihnen aber Essen und Trinken gäbben, und kömbt fast ähben so hoch als vor Geld.
2. muß ich vor meine Kuh jährlich Heu kauffen, vor 6 – 7 Rtr., weill keine weide hier ist, und muß Winter und Sommer gefüttert werden.
3. So kann ich auch kein Schwein halten, weil es mir nicht gehütet wirdt. Davor muß ich bey dieser Zeit jährlich kauffen zu 10 bis 12 Rtr.
4. Ich habe zwei kleine Gärten. Eynen beym Hause, den andern auff dem Kohlhoff, welche ich auch selbst in Zeunen halten muß bis dato, sonst keinen Fußbreites Landes oder Wiesen.
5. Sonst bekomm ich von jedem Vatter, der kinder in die Schule schicket, nicht mehr alß 12 ggr. zu Schullohn, wenn er auch 3 biß 4 Kinder sendet, von jedes Kind aber ein Brodt zum Pröfen, sonstens nichts. Keinen Rtr. Holtzgeld auch gahr kein Sommer-Schullohn biß dato, ob schon ich die Sommer Schule richtig gehalten habe.
6. so habe ich auch keinen Backofen, wen dear liebe Gott Obst wachsen Iäßt, so muß meines verfaulen, den die Bauern im Dorfe brauchen ihren Ofen den selbst zu der Zeit.
7. so habe ich auch keinen Wasser Brunnen selbst, muß es weit hohlen, und habe viel Verdrießlichkeit davon, wenn die Schulkinder daher vor sich was holen, es wäre Beides leicht zu machen, wen sie auß der Gemeinde mir nur wollten zu Hilfe kommen. Ich täte das wenige gern dazu.
8. so ist mein Dienst so hoch angeschlagen, daß er kaum daß thut, nemblich 39 Rtr. 14 ggr. Wovon soll ich also Ieben mit Frau und Kindt.

Euer Hochwürden werden also die Ghutheitt haben und sehen dieses in, daß es nicht möglich ist, solch schweren Dienst dabey zu verrichten, weil das Bestendige Gehen stets währet Winter und Sommer. Kommen Sie mir Hierinnen zu Hilfe, ich will Zeitt Läbens Dankbahr sein, dieses ist aber lange nicht genug. Sondern Ihr Lohn wirdt seyn davor, was Sie Hierinnen an mir Thun. Euer Hochwürden unterthänigster Knecht . . .

In einer Beschreibung über das Schulhaus aus dem Jahre 1774 heibt es: “In den Kammern sind nur an der Wand befestigte Bänke, eine andere alte Schulbank und ein alter Bort in der kleinen Kammer. Das Haus ist mit Stroh gedeckt und in schlechtem Zustand.” Bereits 1769, also nur 20 Jahre nach dem Bau, beklagte sich der Lehrer Främcke über die sehr kleine Wohnung, die dazu in schlechtem Zustande sei. Der Lehrer Tolle berichtet im Jahre 1807 an das Consistorium: “Und ist dabei zu bemerken, daß der Fußboden in der Stube sowohl in der Kammer von Leimen gemacht ist und die Wände gänzlich verfallen, daß man bei starkem Winde, des Abends das Licht auf dem Tische nicht brennend behalten kann.” Über diese alte erste Schule ist noch eine Handskizze erhalten:

Allen Beteiligten war der schlechte Zustand und die Enge in der Schule bekannt, in der Stube – zugleich Klassenzimmer – mussten auf rund 15 qm 1769 und davor im Durchschnitt 30 Kinder, um 1803 im 10-jährigen Durchschnitt 35 Kinder unterrichtet werden. Man besprach deshalb schon ab 1806 den Bau einer neuen größeren Schule. Wie auch bei der ersten Schule waren Ventschau und Vohrsen strikt dagegen und erhoben bei den Behörden Einsprüche. Dadurch zog sich der Neubau immer mehr in die Länge. 1810 wird noch einmal versucht, etwas zu reparieren, ebenso 1814, es lohnte jedoch sichtlich nicht. 1816 erteilte die Kirche als Schulaufsichtsbehörde die Auflage, dass der Neubau der Schule noch in dem Sommer beginnen soll. Jedoch erst 1817 wird von Kovahl dazu der Auftrag erteilt, im Frühjahr 1818 sollte begonnen werden. Kovahl bemühte sich bei diesem Bau von 1806 bis 1816, beim Amt Bleckede durchzusetzen, dass sich diesmal die Dörfer Ventschau und Vohrsen an den Baukosten beteiligten, zumindest durch Lieferung von Steinen und deren Anfuhr. Beide Dörfer weigerten sich jedoch konstant. Am 19.12.1816 ordnet das Amt die Kostenbeteiligung an und droht Execution bei Nichterfüllung an: Ventschau erhob am 5.1.1817 Einspruch gegen diese Anordnung, musste dann aber doch mitbezahlen.

Wo in Kovahl einst die erste alte Schule gelegen hatte, ist nicht ganz zu klären. In der Kovahler Chronik von Taegder wird der Platz mitten im Dorf angegeben und erklärt. Danach soll sie in der Wiese des Hofes Nr. 2 gestanden haben, wo ein seinerzeit noch vorhandener alter Brunnen der Schulbrunnen gewesen sein soll. Für diese Lage sprechen

a) Die Schule (s. Lehrerbrief) hatte bis 1914 keinen Brunnen!
b) Eine Beschreibung in den königl. Westfälischen Anerkennungsurkunden von 1813: “Steinhauer, zwischen dem Schulhause und dem Hirtenhause wohnhaft; Taegeder, neben dem Hirtenhause wohnhaft; Sander, neben dem Schulhause wohnhaft; Carstens, neben Sander wohnhaft.”
b) Die Ventschauer hatten 1749 durchgesetzt, Bau “diesseits von Kovahl”, das wurde wohl an der Ventschau zugewandten Dorfseite bedeuten.
c) Während des Neubaues, der einwandfrei auf dem Gelände errichtet wurde, wo heute noch die 3. Kovahler Schule steht, musste der Lehrer in der Hirtenkate wohnen. Er musste dort auch unterrichten (siehe Schulakten). Wenn der Altbau mitten im Dorfe an anderer Stelle gestanden hätte, hätte er doch im alten Gebäude weiter wohnen und unterrichten können, bis der Neubau fertig war.
d) In der Karte Kovahls von vor der Verkoppelung ist im Dorfe kein Schulland verzeichnet, sondern bereits an der Stelle der späteren Schule. Die Verkoppelung war 20 Jahre später als der Neubau.

Wie dem auch sei, es ist heute nicht mehr festzustellen.

Die Hirtenkate hatte 2 Kammern. In der einen wohnte der Kuhhirte mit Familie, in der anderen der Schäfer. Während der Bauzeit wurde der Lehrer mit seiner Familie mit beim Schäfer einquartiert. Er musste in der Kammer die Zeit auch unterrichten. Trotz der Auflage und Auftragserteilung von 1817/1818 muss der Neubau jedoch erst in den 1820er Jahren in Gang gekommen sein, eine genaue Zeitangabe fehlt jedoch.

Das alte Schulhaus wurde von der Gemeinde nach Göddingen verkauft auf Abbruch, wo es nach Feststellung des Lehrers G. Meyer noch 1923 stand.

Bevor nun über die Schule selbst weiter berichtet wird, muss noch auf Weiteres eingegangen werden, so auf die Bezahlung der damaligen Dorfschullehrer. Kovahl war eine so genannte Außenschule (s. o. im Teil allgemeine Ausführungen über die Schulen). Der Lehrer einer Außenschule war immer schlechter gestellt als z. B. der Lehrer in den Kirchorten, der immer zu gleich das Küsteramt ausübte. Vom Schuldienst allein konnte der Lehrer einer Außenschule auf keinen Fall leben, er war auf einen Nebenverdienst angewiesen. Die Kovahler Lehrer waren deshalb je nach ihren Fähigkeiten Tischler, Drechsler und Schneider nebenbei, bei völliger handwerklicher Ungeeignetheit versuchten sie durch Kopierarbeiten etwas hinzu zu verdienen.

Als die Schule in Kovahl 1711 eingerichtet wurde, bestanden bereits die sog. Dannenberger Schulordnung v. 17.1.1687 und die vom Amt Bleckede erlassene Schulordnung v. 23.5.1694. Danach stand dem Lehrer in Kovahl von vornherein als “Sold” zu:

16 ggr. Schulgeld je Kind über 6 Jahre
1 hausbacken Brot a 8 Pfund je Kind
1 Grützwurst oder 1 ggr. je Kind
freie Weide und freie Feuerung

Der Lehrer war frei von Contribution und Schatz bis zur Stückzahl von 3 St. Hornvieh, 4 Schweinen, 20 Schafen, 15 Hühnern oder 15 Immen.

Während in den siebzehnhunderter Jahren die Gartenstücke noch frei gestellt wurden, mussten sie bzw. wurden sie in Kovahl mit einem Nutzungswert im Sold mit angesetzt, obwohl der Lehrer die Kinder der Bauern, die das Land gegeben hatten, kostenlos in der ersten Generation und zum halben Schulgeld in der nächsten Generation unterrichten musste. Die Schulen Nahrendorf und Pommoissel verfuhren da anders.

Der Lehrer einer Außenschule erhielt also herzlich wenig. In Wirklichkeit bekamen sie nicht einmal das ihnen Zustehende. Denn viele Eltern zahlten einfach nicht. Um die Zeit musste der Lehrer selbst sich das “Schulgeld”, ganz gleich in welcher Form es zu leisten war, allein und ohne Unterstützung durch Gemeinde oder Schulvorstand einsammeln. Es war auch nur von den Hauswirten zu leisten, Häuslerkinder waren schulgeldfrei. Die Akten der Zeit sind voll von Klagen des Lehrers beim Amt Bleckede auf Unterstützung und auf “Execution” und Einziehung des Schulgeldes.

Es ist schwer festzustellen, ob sie damals ein Handwerk betrieben und im Nebenberuf Lehrer waren oder umgekehrt.

Der Nachfolger von Främcke, der Lehrer Johann Friedrich Bierdemann, war nach dem Dienstanschlag von 1792 nebenbei Drechsler. Über ihn liegt in den Schulakten folgender Bericht: “Es ist bei ihm das besondere Bedürfnis, da dass Nervenschwäche ihn zu vielen und schwerer Handarbeit untüchtig macht, sowohl als zu vorzüglicher Drechslerarbeit. Er hat Nebenverdienst vom Drechseln, welches ihm aber wenig einträgt, weil selten bei ihm im Hause jemand etwas bestellt und ihm der auswärtige Verkauf seiner Ware vom Amt Bleckede verboten ist. Er versieht seinen Dienst mit ganz besonderen Eifer und Anstrengung.” Danach hatte der Superintendent von Lune Recht behalten, der am 7.11.1784 den Joh. Fr. Bierdemann mit folgendem Schreiben als Lehrer für Kovahl empfahl: “Bierdemann ist der Sohn eines Pächters in Adendorf, von unsträflichen Character. Seine Religionskenntnisse sind gut, die Bekanntschaft mit der Bibel vorzüglich. Sein Schreiben ist mittelmäßig, weil er teils aus der Übung ist, teils mit der Hand zittert. aber sein Rechnen ist desto besser. Aber er ist noch besser als Pfennigstorf, (Bem. Pfennigstorf war dem Namen nach in Ventschau), den ich für verwegen halte und der immer anstößig in der Gemeinde sein würde, wo man ihn bisher als Spielmann in allen Krügen gekannt hat.”

Die Qualität der Lehrer war sehr unterschiedlich, die Behörden nahmen nur im Notfall Handwerker als Lehrer. Seit 1751 wurden die ersten Seminare für Ausbildung der Lehrer eingerichtet, die Dauer des Seminarbesuches lag jedoch im Belieben der Teilnehmer. Die Seminaristen wurden jedoch vorwiegend in den Städten eingestellt, für das Land blieben wieder oft nur Handwerker. Der erste “Seminarist” in Kovahl war der Nachfolger von Bierdemann, der Lehrer Friedrich Theodor Hasse, 1803 – 1806. Über ihn liegt eine schöne Beschreibung bzw. Beurteilung aus dem Jahre 1806 vom 18. Januar vor: “Der Schullehrer Hasse zu Covahlen im Kirchspiel Nahrendorf in der Inspection Lune hat in eine grobe Verirrung abgerechnet, während seines 10 wöchentlichen Aufenthaltes im Seminar im Ganzen ziemlich gut betragen. Seine Kenntnisse und Fertigkeiten sind im Durchschnitt ziemlich gut. In Ansehung der Orthographie ist er noch mehr zurück und beim Kopfrechnen fehlt es ihm an Kraft. er singt dagegen gut und rechnet gut auf der Tafel. Was besonders seinen Praktischen Vortrag anlanget, so ist die Erklärung zwar pertinenter und die Darstellung zwar lichtvoller geworden; allein seine religiösen Gespräche haben doch immer noch das Gepräge seiner Geistesarmut. Er verwechselt die Begriffe miteinander. lässt es an zweckmäßigen Übergängen fehlen, erschöpft die Begriffe nicht, wendet die Beispiele nicht gehörig an. erlaubt sich häufige Disgressionen und macht die erklärten Wahrheiten nicht praktisch. In formeller Hinsicht ist er freilich wortreich genug; allein der Mangel an richtiger Sprachfertigkeit lässt ihn seine Fragen sehr fehlerhaft bilden. Sie sind großenteils aphoristisch und unbestimmt und er legt häufig mehrere Fragen nacheinander vor, ohne die Antwort erst abzuwarten. Auch leitet er nicht genug, legt den Schülern die Antwort in den Mund und macht durch Sprechfehler den Vortrag undeutlich. Sein Äußeres ist bizarr, er tut wichtig und scheint seine Schwäche wenig zu fühlen. Wenn er mehr auf seiner Hut wäre, so würde er schon gefallen, da es ihm nicht an Kraft zu fehlen scheint. Man kann ihm wohl kein höheres Elegium als “ziemlich” beilegen.”

Nach diesem Seminaristen bekam Kovahl hintereinander wieder 4 Handwerker im Nebenberuf, wobei der letzte, der Lehrer August Peter Matthias Jachner, von Beruf Schneider war, sich 1826 mit der Begründung um seine Anstellung in Kovahl bewarb, “da er sich zu keinem anderen Geschäfte mehr fähig fühlt”. Er war dann von 1826 – 1830 im Amt. Allen gemeinsam war der Kampf ums Geld. Noch schlechter als die Lehrer waren aber deren Witwen dran, die zu der Zeit noch keine Unterstützung aus einer Witwenkasse bekamen. So mussten sie nach dem Tode ihres Verdieners sehr aufpassen, dass sie alles nur mögliche sich noch sicherten. Ein Beispiel dafür ist die Regelung der Werte, die bei der Übergabe an einen Nachfolger nicht mitgenommen werden konnten, die so genannten Melioramenten. Ein Beispiel ist der Melioramenten-Vergleich, den die Witwe des Hans Heinrich Främcke mit dem Nachfolger ihres Mannes Johann Friedrich Bierdemann am 15.11.1784 schloß: “Am bemeldten Tage erschien namens und in Vollmacht der Witwe Eleonora Främcken, ihr Schwiegersohn, Johann Joachim Obst, Einwohner zu Stix, welcher in meiner des Predigers Gegenwart sich mit dem angehenden Schulmeister nachfolgender Gestalt verglichen hat:

A. Melioramenten im Schulgarten:

1. für 13 Pflaumenbäume a 2 ggr. 1 Rtr. 2 ggr.
2. für 3 Apfel und drei Birnbäume a 4 ggr. 1
3. für den Zaun um diesen Garten 1
__________
Summa 3 2

B. Verbesserungen im Garten beim Hause:

1. 2 Pflaumen und 1 Nußbaum a Stück 2 ggr. 6
2. 1 Apfel und 1 Birnbaum a 4 ggr. 8
3. für die neue Planke an demselben 2

C. Melioramente am Hause

für den angebauten Schweinestall 12
___________
Summa A und B 6 Rtr. 4 ggr.

Solche Summe von sechs Reichsthaler vier gute Groschen auf Fastnacht des folgenden 1785. Jahres bar zu zahlen versprochen worden. Dieser also getroffene Vergleich wurde beiden Teilen nochmals deutlich vorgelesen und nachdem sie beiderseits ihre völlige Zufriedenheit damit bezeuget, ist selbiger durch meine des Predigers und ihre eingehändige Namensunterschrift noch weiter bekräftiget worden. So geschehen zu Covahl den 15. Nov. 1784

I. G. Langelotz Joh. Friederich Bierdemann
Johann Joachim Obst fecit +++

Vorstehender Melioramentenvergleich wird hiermit unter der Bedingung bestätigt, daß von der Summe der 6 Rtr. 4 ggr. vom 1. Jan. 1785 an jährlich 12 ggr. abgehen, und der antretende Schulmeister Bierdemann der Witwe seines Vorgängers in officio auf Fastnachten 1785 obige 6 Rtr. 4 ggr. in einer Summe bezahle. Lüne, den 23. Dez. 1784 Königl. Churfürstl. Superintendenz
Greve ”

Was Kovahl seinem Lehrer zahlte, gibt eine Aufstellung aus dem Jahre 1769 genau wieder, die Pastor Westerheide als Bericht an das Consistorium abgab:
Datum 7.6.1769
Einkünfte des Schuldienstes zu Kovahl

Die Zahl der Kinder im Durchschnitt von 3 Jahren ist

1. in er Winterschule 30
2. in der Sommerschule 24

a) an Winterschulgeld von jedem Kinde 12 ggr.
ist also das Winterschulgeld = 15 Rtr.

b) an Sommerschulgeld von jedem Kinde 3 ggr.
ist also das Sommerschulgeld = 3 Rtr.
_______
Summa 18 Rtr.

An fixa so wol baar als Naturalia
von jedem Kinde 1 brodt
1 grützwurst
welche auch öfters mit 1 ggr. bezahlet, und wenn
es alles zu Gelde gerechnet wird, so ist die Summe 3 Rtr. 18 ggr.
______________
Summa 21 Rtr. 18 ggr.

Der Schulmeister heißet Hans Friedrich Främcke, ist 44 Jahre, treibet das Tischlerhandwerk, hat eine eigene Wohnung, die ist sehr klein, in schlechtem Zustand, hat einen kleinen Garten, wo notdürftig zur Erhaltung in wachset. An Accidentien so wol baar als Naturalia wird nichts gehoben, als an Holz, Heu, Korn, Eier, Mettwürste, Schinken usw. muss man für Geld anschaffen.”
Im Jahre 1803 ist der Dienstanschlag für den Lehrer nur wenig besser: Einkünfte des Schuldienstes zu Kovahl im Kirchspiel Nahrendorf nach einem Durchschnitt von den letzten 10 Jahren beträgt das Schulgeld:

1. für die beiden Quartale von Michaelis bis Ostern
a 12 ggr. von 35 Kindern 17 Rtr. 12 ggr.

2. für die beiden Quartale von Ostern bis Michaelis
oder die sog. Sommerschule
a) von 30 Schulkindern a 3 ggr.
b) von 3 Kindern aus Neestahl, deren Voreltern
den Platz für den auswärtigen Schulgarten hergegeben
a 2 ggr. 3 28

3. für 35 Brote von jedem Kinde in der Winterschule 4 ggr. 5 20
4. für 35 Grützwürste von eben denselben a 1 ggr. 1 11
5. für die Nutzung von ppt. 1/6 Morgen zur Schule
gehöriges Gartenland, ist billig zu rechnen 16
6. für die Heizung der Schulstube wird von der
Schulgemeinde vermöge Vergleichs v. 29. September
1787 jährlich an Holzgeld bezahlt 2 6
7. Außerdem gehöret zu diesem Dienst ein eigenes
Schulhaus, worin sich eine kleine Stube und 2
ganz kleine Kammern befinden
8. Ferner hat der Schulmeister das Recht, 1 oder 2 Kühe
und etliche Schweine auf die Gemeineweide unentgeldlich zu treiben
___________
Summa 31 Rtr. 21 ggr.

Nahrendorf, den 12.2.1803 Langlotz

Wie unterschiedlich die Lehrerstellen in der Kirchengemeinde Nahrendorf dotiert waren, zeigt eine Aufstellung von 1819 von Pastor Buckendahl aus dem Schulbericht an die Kirchen-Commission:
“Ertrag des Schuldienstes Nahrendorf 122 – 125 Rtr. jährlich
Pommoissel 44 – 50 Rtr.
Kovahl 36 – 43 Rtr.

Danach war Kovahl die “schlechteste Stelle”.
Dies nimmt sogar der Voigt Buhlert von Dahlenburg in seinem Bericht an das Amt Bleckede zum Anlass, um zu vermelden, dass “die Lage des Schulmeisters zu Covahl kümmerlich” sei. Wenn man das bisher Mitgeteilte verfolgt, muss man den Eindruck gewinnen, dass die Bevölkerung und damit auch der Schulvorstand nicht viel für ihre Schule übrig hatte. Dies war jedoch nicht nur in Covahl so. Die Landbevölkerung – und das ist im allgemeinen Teil über die Schulen ja schon oben beschrieben – sah nur ein Ärgernis darin, dass ihre Kinder, die für die Arbeit dringend gebraucht wurden – im Sommer besonders zum Hüten des Viehes – nun nicht mehr dafür zur Verfügung standen und zur Schule gehen mussten. Die folgenden Berichte zeigen dies noch deutlicher, sie zeigen aber auch, wie schwierig es in den damaligen Zeiten war, wenn alle Seiten zu ihrem vermeintlichen bzw. durch Gesetze geregelten “Recht” kommen wollten. Doch zurück zur Schule selbst. Auch die neue Schule war nicht viel größer als die alte. Sie war 35 1/2 Fuß lang und 27 3/4 Fuß breit = 10,37 m X 8,10 m. In ihr war von der Straßenseite her ein Flur, links daneben (Westseite) die Stube und zugleich Unterrichtsraum
von 16 1/2 Fuß X 20 Fuß = 4,82 m x 5,84 m.
an der Nordseite die Schlafkammer
von 11 1/4 Fuß X 16 Fuß = 3,28 m x 4,67 m,
und eine weitere Kammer
von 11 1/4 Fuß X 13 Fuß = 3,28 m x 3,80 m,
und eine kleine Kammer
von 11 1/ 4 Fuß X 6 1/2 Fuß = 3,28 m x 1,90 m.

An der Ost-Giebelseite war auf voller Breite ein Stallteil angehängt mit 8 3/4 Fuß = 2,55 m, worin in der Mitte die Kuh stand, beiderseits waren zwei kleine Abtrennungen von ca. 5 qm, wahrscheinlich für Futter.
Bereits im Jahre 1841 kommen die ersten Klagen über das neue Schulgebäude. Am 7.6.1841 beschwerte sich der Lehrer Eggers bei der Königl. Kirchencomission Bleckede über vorhandene Mängel:
1. In der Schlafkammer ist der Schwamm.
2. Außer der Schlafkammer wäre nur eine kleine Speisekammer, die aber viel zu klein wäre. Er schlage vor darin einen Schweinekoben einzubauen, damit er sich zu seiner Nahrung ein Schwein halten könne.
3. Es fehlt die Treppe zum Boden, die vorhandene Leiter dorthin sei lebensgefährlich.
4. Es fehle die Klappe zur Bodenöffnung. Genau darunter stehe die Kuh und bekäme laufend Kaltluft. Die Hühner beschmutzten alle Gegenstände auf dem Boden.
5. Der Schornstein sei baufällig und das Dach regne durch.
6. Die Vordiele (Flur) sei aus Feldsteinen und dadurch sehr uneben. Sie sollte aus Ziegelsteinen gemacht werden.
7. Es fehle ein Keller vor allem für die Kartoffeln, die sonst erfrieren. Z. Zt. ständen sie in der Schulstube.
8. Da er zu geringes Gehalt bekäme, müsse er sich zur Besserung seiner Nahrung Vieh halten, nötig wären dazu zwei Ställe.
9. Es fehlt eine Einfriedigung um das Gebäude. Dauernd wühlten die Schweine aus dem Dorf – von der Schweineweide kommend – am Haus. Sobald mal eine Tür offen ist, laufen sie ins Haus.
10. Es fehlt ein Brunnen für die Schule. Der nächste ist 500 Fuß entfernt auf dem Hof Tägder. Der habe jedoch nicht immer Wasser.
11. Seit 11 Jahren ist der Schulofen kaputt und höchst feuergefährlich, es wird aber nichts gemacht.

Über diese Beschwerden fand am 23.9.1841 eine Schulvorstandssitzung und eine allgemeine Versammlung aller Mitglieder statt. Man fand dabei jedoch keine Einigung. Ob etwas daraufhin erfolgt ist, lässt sich nicht mehr feststellen. Bis 1845 auf keinen Fall, denn laut Bericht von Pastor Grußendorf an die Kirchen-Commission vom 23.7.1845 liegen die Kartoffeln immer noch in der Schulstube und auch sonst hat sich nichts geändert. Das Einzige, was geändert worden war, war der Umbau der kleinen Kammer, die als Speisekammer zu klein war, in einen Schweinekoben, sodaß der Lehrer ein Schwein darin halten konnte.
Am 23.7.1845 richtete Lehrer Eggers ein neues Gesuch an die Kirchen-Commission in Bleckede und bat um die Genehmigung, einen kleinen Schweinestall mit Futtergang für 2 Schweine an die Schule anbauen zu können. Sein Gehalt wäre so niedrig, dass er auf Nebenverdienst angewiesen sei. Er könne, da in Kovahl sonst nichts Anderes zu machen sei, dann wenigstens 2 Schweine aufziehen und verkaufen. Eine Dorfversammlung habe ihm zugesagt, diesen kleinen Schweinestall zu bauen, sei eine Kleinigkeit. Aber der Schulze Karstens sei danach von Haus zu Haus gegangen, um alle vom Bau wieder abzuhalten. Er richte dieses Gesuch an das hohe Amt auf ausdrückliche Anweisung des Pastors zu Nahrendorf. Auf den 1.9.1845 wurde eine Versammlung angesetzt. Es wurde einstimmig beschlossen, einen Stall zu bauen hinter der Schule von 16 Fuß Länge und 6 Fuß Breite (4,67 m x 1,75 m). Der bisherige “Schweinekoben” im Haus soll zu einer bewohnbaren Kammer mit Tür umgebaut werden. Wenn der Lehrer jedoch mehr als 2 Schweine aufziehen will, erhält er trotzdem keine Weideberechtigung in der Gemeinheit mehr als bisher. Schulze Karstens wurde mit der Durchführung des Baues und der Maßnahmen beauftragt. Erst 1853 tat sich das nächste. Die Kirchen-Commission ordnete an, an der Schule einen Anbau zu erstellen. Dem ging ein Gutachten des Zimmermeisters Busse zu Lüben voraus, der darin bestätigte, dass 1 Schlafkammer und 2 kleine Kammern, davon eine der “Schweinekoben”, für die große Familie des Lehrers nicht ausreiche. Außerdem gehörten nun 12 3/4 Morgen Land zur Schule, der Lehrer wisse nicht, wohin mit der Ernte. Der Pastor hatte gleichlaufend festgestellt und der Commission gemeldet, daß der Lehrer auf Nebenverdienst dringend angewiesen sei. Am 24.4.1853 fand eine Dorfversammlung aller zur Schulgemeinde gehörenden Dörfer statt. Mit 11 von 13 stimmberechtigten Erschienenen stimmte die Versammlung für den Anbau. Dieser müsse so groß sein, dass mit der steigenden Kinderzahl auch gleich Klassenraum gebaut werden müsse. Zimmermeister Busse erhielt Auftrag einen Kostenvoranschlag zu machen. Berechnung des Anbaues:

Der Lehrer erntet 130 Stiegen = 43 1/3 Schock Garben
(wenn alles Land kultiviert ist, das mit der Verkoppelung kommt)
auf 1 Schock Garben rechnet man 300 CubFuß
= 13000 CubFuß
der Lehrer erntet 4 Fuder Heu
1 Fuder = 850 CubFuß = 3400 CubFuß
Zus. 16400 CubFuß

Der Lehrer hat bisher Bodenraum von 8505 CubFuß, es müssen also noch 7395 CubFuß Bodenraum dazugebaut werden und 1350 CubFuß Abseitenraum (unten sollen auch noch Kammern entstehen). Der Bauplan sah vor, daß der bisherige Stallteil an der Schule, worin die Kuh stand, mit in den Anbau eingebaut werden sollte (s. Bauplan). Zimmermeister Busse stellte auf 16 Seiten Kostenvoranschlag eine Bausumme von 274 Rthl. 16 ggr. und 2 Pfg. fest.
Am 6.4.1853 waren bereits vom Consistorium und von der Drostei Lüneburg die Genehmigungen zum Anbau erteilt worden. Der Schulvorstand gab nunmehr den Auftrag. Der Anbau wurde im Juni 1854 fertig gestellt. Die Abnahme erfolgte durch Amtszimmermeister Klinge und Maurermeister Stieger, Nahrendorf. Es wurde eine gute Ausführung bescheinigt, z. Teil war mehr gemacht worden als vorgesehen. Wie der schon vorhandene Schulteil war der Anbau auch mit Stroh gedeckt.

Die endgültige Bausumme belief sich auf 278 Rthl. 4 ggr. 10 Pfg. und wurde bezahlt. Ventschau weigerte sich, eine Kostenbeteiligung zu übernehmen, ebenso verweigerte ein Sammatzer Hauswirt die Zahlung seines Anteils. Am 18.5.1854 beantragte der Schulvorstand beim Amt, die Ventschauer und den Sammatzer zur Zahlung zu verurteilen, was auch am 20.11.1854 geschah.

Aus der Sicht der Gemeinde war dem Lehrer jetzt gut geholfen worden. Er hatte Ställe, Wirtschaftsräume, Böden und eine “Groot Deel”.
Außerdem wurde ein Schulbrunnen angelegt. Maurermeister Gehrts aus Dahlenburg erhielt 1851 3 Rtr. 13 ggr. für den Brunnenbau, nach anderen Aktenaufzeichnungen wurde er jedoch erst 1855 fertig. Nach den Visitationsberichten war er jedoch so flach, “dass er kaum einmal Wasser hatte”.

1853 setzte Maurermeister Thiede aus Dahlenburg in der Schule einen neuen Backofen: Kosten 1 Rthl. Aus den Jahren liegt eine Grundrißzeichnung der Schule vor, die hier aufgezeichnet ist, sie zeigt den Zustand vor dem neuen Anbau:

Das Landesschulgesetz vom 26. Mai 1845 brachte entscheidende Verbesserungen für die Besoldung der Lehrer, damit auch für Kovahl. Es wurde hierin ein Mindesteinkommen festgesetzt, außerdem wurde angeordnet, daß der Lehrer das Schulgeld sich nicht mehr selbst einsammeln mußte, sondern die Schulgemeinde musste das jetzt für ihn tun, Geld, Naturalien und Feuerung mussten ihm jetzt gebracht werden. Das Mindesteinkommen wurde bei freier Wohnung und Feuerung auf entweder 30 Rtr. und Reihetisch oder 80 Rtr. ohne Reihetisch festgesetzt. In Kovahl folgte der Schulvorstand dieser Anordnung nicht. Der Lehrer – verheiratet und dann 3 später 4 Kinder – hätte nun 80 Rtr. bekommen müssen. Der jährlich aufzustellende Dienstanschlag weist in den folgenden Jahren jedoch nur 52 Rtr. 23 ggr. aus.

Beispiel 1849
freie Wohnung – Wertansatz 8 Rtr.
frei Holz – Wertansatz 11 Rtr.
1 Garten von 2 Morgen 4 QR 5 Rtr. – –
1 Garten von 1 Morgen 5 QR 1 Rtr. – –
freie Weide für Kuh und Schweine 1 16 ggr. –

Naturalien:
Brote von 42 Kindern a 4 ggr. 7 – –
Würste von 42 Kindern a 2 ggr. 3 12 –

bar:
Schulgeld von 42 Kindern a 18 ggr. 3 Pfg. 31 22 6 Pfg.
Schreibgeld je Kind a 4 ggr. 7 Pfg. 3 10 6
(nur für die, die schreiben lernen wollten)
für Tinte, so der Lehrer stellt und bezahlt
(Wertansatz je Kind 1 ggr. 1 Pfg. )
Einspringegeld je Jahr a 2 ggr. je Kind,
im Durchschnitt 5 Kinder je Jahr – 10 –
________________________________
Summa 53 Rtr. 23 ggr. – Pfg.
davon gehen ab für vom Lehrer zu machende
Unterhaltungen 1 Rtr. – –
________________________________
Lehrer-Einkommen 52 Rtr. 23 ggr. – Pfg.

Nachdem trotz jährlicher Revision und Beanstandung durch die Kirchen-Commission keine Änderung erfolgte, sah sich die Königl. Kirchen-Commission Ende 1849 zum Einschreiten veranlasst und forderte die Schulgemeinde Kovahl auf, die gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen und das Geld für den Lehrer auf 80 Rtr. aufzustocken, da sie bisher ja nur 52 Rtr. 23 ggr. aufbringe. Der Schulvorstand schrieb zurück: Wenn man alles rechne habe der Lehrer die 80 Rtr. schon jetzt. Hinzu käme nun noch die Landzuteilung aus der bald anstehenden Verkoppelung. Man wisse schon ziemlich genau, welche Parzellen der Lehrer zur Schule bekäme. Der Lehrer wisse auch bereits, dass er das Land urbar machen müsse und dann davon leben könne. Aus der Verkoppelung werde die Schule Kovahl bekommen
11 3/4 Morgen Weide,
3 3/4 Morgen Bruch und Anger,
8 Morgen Heide.
Der Lehrer möge dies alles urbar machen und ackern, damit wären, auch wenn man alles sonst strittige nicht anrechne, die 80 Rtr. erfüllt.

In Kenntnis dieses Standpunktes hatte der Lehrer sich schon einen Kostenvoranschlag für die Urbarmachung des Landes, das ihm demnächst zugewiesen werden wurde, machen lassen. Dieser belief sich auf 218 Rtr. 12 ggr., davon könne man 30 Rthl. aus dem Verkauf des darauf wachsenden Holzes (einige wenige Bäume und sonst Busch) abziehen, sodaß 198 Rtr. 12 ggr. Kosten blieben. Am 20.12.1849 stellte Lehrer Eggers einen Antrag an das Kirchen-Consistorium in Bleckede, ihm zu den Rodungskosten lt. Voranschlag einen Zuschuß aus Staatsmitteln zu geben. Er könne mit den ausgewiesenen 52 Rtr. 23 ggr. Geld, wovon nur 35 Rtr. in barem Geld wären, mit Frau und nunmehr 4 Kindern einfach nicht auskommen. sie äßen so schon oft genug trocken Brot und hungerten auch öfters. Nach den Akten ist darauf nichts erfolgt. Zu der Verkoppelung und deren Auswirkungen für die Schule muß man wissen: Vor der Verkoppelung hatte der Lehrer nur die beiden ihm zur Verfügung gestellten Gärten (s.o.), das Weiderecht auf der Gemeinheit für 1 Kuh und ein Schwein. Das war dann 1845 auf 2 Schweine erhöht. Nach den Bestimmungen zur Verkoppelung sollten die Schulen mit Land zur ausreichenden Nahrung ausgestattet werden. Man wollte dem Lehrer in diesem Zuge auch das Halten von 2 Kühen möglich machen. Man bot ihm deshalb ein Stück Land auf dem “Drenick” hinter dem Schulgarten am Wege nach Ventschau an. Lehrer Eggers wünschte sich jedoch feuchtes Land als Weide für seine Kühe. Im Dorf einigte man sich dann auf ein Stück im Prauns am Nahrendorfer Wege von ca. 12 Morgen Größe. Es mag sein, dass alle Verkoppelungsinteressenten zu der Zeit schon wussten, wie das Ergebnis der Landverteilung nach der Verkoppelung sein sollte. In Kovahl wurde 1848 der alte Zustand vermessen, der für die Verkoppelung rechtskräftige Rezeß ist erst am 28.10.1852 unterzeichnet. In Neestahl, das auch etwas Land zur Schule gab, war die Vermessung erst 1866, der Rezeß ist von 1867. Die anderen Dörfer gaben kein Schulland. Nach den Rezessen bekam die Schule in Kovahl
6 QR Hofstelle
2 Morgen 4 QR Garten- und Ackerland
3 Morgen 96 QR Bruchboden
8 Morgen 118 QR Heide
___________________________________
14 Morgen 104 QR

in Neestahl
28,5 QR Ackerland
2,5 QR Anger
___________________________________
31 QR

Am 12.3.1850 schlug die Kirchen-Commission Bleckede dem Schulvorstand vor, durch Hand- und Spanndienste das Land so schnell wie möglich urbar machen zu lassen, damit durch den baldmöglichsten Ertrag desselben der Lehrer auf sein vorgeschriebenes Einkommen komme. Versammlung des Schulvorstandes vom 3.5.1850: Ergebnis: Die Schulgemeinde wolle ackern. Aber zum Roden und zum Ziehen von dringend benötigten Abzugsgräben möge das Consistorium einen Zuschuss geben. Das Ausheben der Abzugsgräben sei im Kostenvoranschlag des Lehrers noch nicht enthalten und verlange zusätzlich 25 Rtr. Das Ackern müsse allerdings der Lehrer mit 60 Rtr. bezahlen. Wenn man alle Eigenleistungen anrechne, müsse das Consistorium aber noch 100 Rtr. Zuschuss zahlen. Das Consistorium Hannover lehnte mit Schreiben vom 2.6.1850 einen Zuschuss ab. Der Schulvorstand möge nun endlich die gesetzlich vorgeschriebenen Bestimmungen erfüllen, sonst müsse man erwägen, den Schulbezirk zu ändern. Mit Schreiben vom 29.7.1850 lehnte der Schulvorstand eine Änderung des Schulbezirks ab, das Consistorium möge in direkte Verhandlung mit der Schulgemeinde treten. Im gleichen Sinne schrieb auch der Pastor zu Nahrendorf als Vorsitzender der Kirchen-Commission Nahrendorf.

Die Kirchen-Commission Bleckede ordnete für den 2.9.1850 einen Termin für alle Beteiligten in Bleckede an. Die Schulgemeinde brachte vor, daß sie eine Änderung des Schulbezirks ablehnt. Der Lehrer bekäme ja jetzt schon 94 Rtr. lt. der von ihnen hiermit vorgelegten Aufstellung:
56 Schulkinder Schulgeld 42 Rtr. 14 ggr.
Würste 2 8
Brot 9 8
Schreibgeld 6 6
Ertragswert des Gartens 10 –
Ertragswert der Länderei 23 12
__________________________________
Summa 94 Rtr.

Der Lehrer brachte vor, daß die Zusammenstellung des Schulvorstandes falsch sei. Die Zahl der Kinder habe in den letzten Jahren betragen:
1846 43 Kinder
1847 45 Kinder
1848 48 Kinder
1849 46 Kinder
1850 50 Kinder höchstens
______________________
Durchschnitt 46 Kinder

Zur Zeit bekäme er nur von 34 Kindern Schulgeld, er komme so nicht einmal auf 50 Rtr.
Die Commission versuchte die Differenz zu klären. Unter Aufrechnung aller gegebenen Möglichkeiten einigten sich alle Beteiligten dann darauf, dass der Lehrer in Wirklichkeit bekäme:
Schulgeld 34 Rtr. 23 ggr. 6 Pfg.
Würste 3 20
Brot 7 16
Schreibgeld 3 19 8
Einspringegeld 10
______________________________________
50 Rtr. 17 ggr. 2 Pfg.

Einigen konnte man sich nicht über den Ertragswert der 2 Gartenstücke und der zukünftigen Länderei. Der Schulvorstand behauptete, der Ertragswert der 2 Gärten sei in Wirklichkeit erheblich höher als die von ihnen nur angesetzten 10 Rtr. Auch die zur Schule kommende Länderei sei im Ertragswert bedeutend höher.

Der Lehrer behauptete, schon 10 Rtr. seien zu hoch angesetzt. Vom Land hätte er noch gar nichts.
Der Schulvorstand verlangte jetzt zur genauen Klärung der Ertragswerte eine Taxation durch Sachverständige. Auch Lehrer Eggers stimmte dem zu. Man einigte sich auf Herrn Burmester, Gut Horn und Schulzen Meyer, Harmstorf, als Sachverständige.
Die beiden Herren führten die Taxation durch und berichteten am 19.9.1850:
Der Ertragswert des 1. Gartens beträgt 3 Rtr.
des 2 Gartens 5 Rtr.

Dies sei aber nur eine Schätzung, da die genaue Größe der Gärten nicht vermessen sei. Sie hätten nur die Größe zugrundegelegt, die der Schulvorstand ihnen dazu angegeben hätte. Die Länderei müsse erst urbar gemacht werden, sie brächten auch dann vor 10 Jahren keinen Ertrag und wenn, dann würden sich Urbarmachungskosten und Ertrag ausgleichen, der Ertrag wäre also gleich null.

Am 28.9.1850 fand daraufhin eine erneute Sitzung der Kirchen-Commission Bleckede mit dem Schulvorstand Kovahl statt: Der Schulvorstand brachte vor: Die Taxation sei ja nur eine Schätzung, sie würden sie deshalb nicht anerkennen. Sie verlangten, die Grundstücke erst einmal vermessen zu lassen, um den echten Ertragswert feststellen zu können. Erst danach lasse sich ein Wert einsetzen. Sie verlangten außerdem, dass bei höherem Wert als bisher angenommen, dann aber eine rückwirkende Anrechnung des Ertragswertes stattfinden müsse. Der Schulvorstand sei auch für die 80 Rtr. Einkommen, das Consistorium möge jedoch erklären, warum es keinen Zuschuss zu den Urbarmachungskosten oder auch zum Gehalt geben wolle, denn die Gemeinde Kovahl hätte ja ihren Teil zur Verbesserung des Gehalts aus der Schulstelle durch die Zuweisung von soviel Land aus der Verkoppelungsmasse schon geleistet. Sie lehne deshalb jetzt bare Zuschüsse zum Einkommen zusätzlich ab. Die Gemeinde Kovahl habe das Land freiwillig an die Schule zusätzlich zu den gesetzlichen Erfordernissen gegeben, nun müssten erst einmal die anderen zum Schulverband gehörigen Gemeinden im Vergleich zu Kovahl in Vorleistung treten: Sie legten dazu den Plan des Rezesses vor. Die Commission stellte fest, im Plan des Rezesses stände nichts von freiwilliger Leistung an die Schule, gemäß den Bestimmungen der Gesetze sei die Ausstattung der Schule mit Land notwendig. Die Schulgemeinde möge beweisen, dass sie freiwillig mehr getan und zugewiesen habe als erforderlich. Auf alle Fälle müsse sie die Differenz zu 80 Rtr. als Zuschuss an den Lehrer zahlen. Es konnte keine Einigung erzielt werden.

Erneute Versammlung bei der Commission in Bleckede am 10.10.1850:
Der Schulvorstand:
Die Forderung auf Vorleistungen der anderen Gemeinden lasse man fallen.
Inzwischen sei mit Lehrer Eggers besprochen und Einigung erzielt worden dahingehend:
1. Der Lehrer behält sein bisheriges Einkommen wie am 2.9.1850 abgeschätzt von 50 Rtr. 17 ggr. 2 Pfg.
2. er lasse sich für den Ertragswert der Gärten 8 Rtr. 14 ggr. 4 Pfg. anrechnen
3. die Gemeinde kultiviert den Bruchboden, die Hälfte noch dieses Jahr, den Rest bis 1.5. nächsten Jahres
4. der Lehrer legt in Vereinbarung mit der Gemeinde fest, wann nach Ablauf der 2 Jahre und dann wieviel des Heidebodens jährlich urbar gemacht werden könnten.

Lehrer Eggers erklärte dazu:
Nach dieser eben vorgetragenen Regelung habe er in den nächsten Jahren also doch keine Ernte und auch keine Erträge aus dem Land zu erwarten, er bäte um 14 Tage Bedenkzeit.

Am 12.10.1850 schrieb Lehrer Eggers der Commission, auf Grund dieses Vorschlages habe er die nächsten Jahre keine Verbesserung seines Einkommens zu erwarten, er bäte deshalb die Commission, weiter mit dem Schulvorstand zu verhandeln. Und bereits am 21.10.1850 schrieb er erneut der Commission, sie möge festlegen, dass die Schulgemeinde bis zur Cultivierung der Ländereien die Fehlende Summe zu seinem Einkommen von 21 Rtr. 16 ggr. zuzahlen möge, man könne dies auch durch Umlage von 12 ggr. auf die 23 Stellen und einen staatlichen Zuschuss von 10 Rtr. aufbringen. Am 28.10.1850 setzte die Commission neuen Termin in Bleckede an: Der Schulvorstand erklärte zu Protokoll:

Sie seien über die Unschlüssigkeit des Lehrers entrüstet, sie weigerten sich deshalb jetzt auf das Entschiedenste, überhaupt zu pflügen. Um auf die Höhe von 80 Rtr. zu kommen, solle
1. der Lehrer sein Schulgeld in Zukunft wieder selbst einziehen
2. der Ertragswert des jeweils kultivierten Landes sei sofort in voller Höhe auf das Einkommen anzurechnen. Für das jeweils dann noch nicht kultivierte Land wollten sie soviel zuschießen, dass der Lehrer auf seine 80 Rtr. käme. Damit aber die Cultivierung nicht so lange hinausgezögert werde, verlangten sie den Abschluss aller Urbarmachungsarbeiten durch den Lehrer innerhalb von 8 Jahren.

Der Lehrer erklärte, er sei damit einverstanden. Er müsse jedoch darauf bestehen, dass wenn alles urbar gemacht sei, dann Punkt 1 der Vereinbarung v. 10.10.1850 – also die Festschreibung auf das Einkommen von 50 Rtr. – wieder entfalle. Es müssten dann die gesetzlichen Verhältnisse gem. den Bestimmungen von 1845 gelten, denn sicher sei bis dahin die Soldgrenze der Lehrer wieder erhöht. Er wolle nicht im Voraus auf eine Erhöhung verzichten, wenn man mit den jetzigen Abmachungen die 80 Rtr. insgesamt auf Dauer festschreiben wolle. Der Schulvorstand: Sie seien auf das Entschiedenste dagegen. Der Lehrer müsse auf diese Forderung verzichten, sonst geständen sie gar nichts mehr zu. Der Lehrer: Er selbst hätte von dieser Forderung doch gar nichts mehr und auch keine Vorteile. Aber sein Nachfolger wurde dann von vornherein auch auf 80 Rtr. Gehalt festgeschrieben und der hätte dann von Anfang an schon Nachteile. Der Schulvorstand: Auf keinen Fall gingen sie darauf ein. Sie gingen von ihren Bedingungen nicht mehr ab. Eine Einigung fand nicht statt.

Am 30.10.1850 schrieb die Kirchen-Commission Bleckede an das Consistorium in Hannover:
1. sie schlägt keine Auflösung des Schulverbandes vor
2. zu 80 Rtr. fehlten immer noch 20 Rtr. 1 ggr. 6 Pfg.
3. Wenn das Land urbar gemacht sei, läge die Stelle sicher erheblich über 80 Rtr. Leider sei durch das Verhalten des Lehrers keine Einigung erzielt worden. Der Lehrer habe zwar zuletzt allem zugestimmt, nun sei aber der Schulvorstand strikt dagegen. Er verlange darüber hinaus, dass die Stelle einschließlich des vollen Ertragswertes der Länderei auf 80 Rtr. festgeschrieben werde. Wenn die Erträge höher würden, müsse der erzielte Überschuss auf die 80 Rtr. angerechnet und zurückgerechnet werden.

Die Commission schlägt deshalb vor, alles beim alten Zustand zu belassen. Mit weitergehender Cultivierung erhöhe sich laufend der Wert der Intraden. Sollte das Consistorium jedoch der Meinung sein, dass sofort 80 Rtr. zu zahlen seien, so möge es einen Staatszuschuss geben. Das Consistorium ordnete am 12.11.1850 an: Die Schulgemeinde ist anzuhalten, einen jährlichen Zuschuß von 20 Rtr. 16 ggr. zu zahlen. Die Commission möge erneut mit dem Schulvorstand verhandeln.

Die Kirchen-Commission Bleckede erhob mit Schr. v. 20.11.1850 hiergegen Bedenken und bat um eine klare Entscheidung, da genug verhandelt sei.

Das Consistorium schrieb am 3.12.1850 zurück: Die Schulgemeinde müsse die gesetzliche Pflicht, auf 80 Rtr. anzuheben erfüllen. Das Consistorium sei jedoch bereit, die durch die laufende Cultivierung entstehende Verbesserung der Ertragslage nach jährlicher Abrechnung auf die Restzahlung anrechnen zu lassen. Das Verlangen der Schulgemeinde, sich künftig den 80 Rtr. überschreitenden Mehrertrag wieder anrechnen und zurückrechnen zu lassen, werde im Interesse der Stelle strikt abgelehnt. Die Schulgemeinde habe nur die Verpflichtung, die Mindesthöhe zu erreichen.

Die Commission setzte auf den 13.1.1851 erneuten Termin in Bleckede. Die Entscheidung des Consistoriums wurde den Beteiligten bekannt gegeben. Die Commission machte den Schulvorstand darauf aufmerksam, daß die Forderungen der Schulgemeinde nicht mehr durchzusetzen seien. Der Schulvorstand gab zu Protokoll, dass die Schulgemeinde sich auf nichts mehr einlasse. Die Commission: Entweder sie cultiviere so schnell wie möglich bei Festlegung der Arbeiten auf so und so viel Jahre oder sie zahle den Zuschuss, der sich ja bei fortschreitenden Cultivierungsarbeiten jährlich verringere. Der Schulvorstand: Sie ließen sich jetzt auf nichts mehr ein!

Der Lehrer hätte im Durchschnitt der Jahre 46 Kinder angegeben. Im Augenblick habe er 50 Kinder, das sei schon eine Mehreinnahme von 5 Rtr.

Der Termin verlief ohne Ergebnis.

Die Commission berichtete darüber am 14.1.1851 an das Consistorium und teilte den unveränderten Standpunkt der Parteien mit. Im Augenblick beliefen sich die Einnahmen des Lehrers auf 64 Rtr. 7 ggr. 6 Pfg., es fehlten also nur noch 15 Rtr. 16 ggr. 4 Pfg. am Gehalt. Diese Summe könne die Schulgemeinde aufbringen, zumal sich bei Cultivierung die Zuschüsse jedes Jahr verringern würden. Am 4.2.1851 erließ das Consistorium endlich folgende Anordnung:
1. Der Ertragswert der alten Schulgrundstücke (Gärten) wird auf 8 Rtr. 14 ggr. 4 Pfg. festgesetzt.
2. das wirklich aufkommende Schulgeld ist anzurechnen.
3. Der Ertragswert ist anzusetzen nach jährlicher Abrechnung.
4. Der fehlende Wert bis zum festgesetzten Mindesteinkommen ist von der Schulgemeinde aufzubringen.
5. wörtlich “Übrigens können wir eine Verpflichtung des Schullehrers zur Cultivierung der aus der Gemeinheitsteilung ihm zugefallenen Grundstücke nicht anerkennen und müssten es der Gemeinde überlassen, ihrerseits zur Cultivierung mitzuwirken, damit der evtl. von ihr zu leistende Geldzuschuss verringert wird.”

Da gegen diese Anordnung kein Einspruch erfolgte, erging die endgültige rechtskräftige Verfügung zur Zahlung durch das Consistorium am 9.4.1851.

Am 24.7.1851 weigerte sich die Schulgemeinde, die Taxationskosten für die von ihr selbst verlangte Taxation des Ertrages der Gärten im Jahre 1850 zu zahlen. Diese Taxationskosten müsse der Lehrer selbst tragen!
Die Kirchen -Commission Bleckede schrieb an die Schulgemeinde umgehend zurück: Die Verweigerung ist unhaltbar. Wenn innerhalb von 14 Tagen die 2 Rtr. 12 ggr. Kosten nicht bezahlt seien, erfolge Execution. Der Schulvorstand musste bezahlen.

Wer nun dachte, dass damit alles erledigt sei, der irrt. 3 Jahre tat sich gar nichts. 1854 beantragte der Hauswirt Steinhauer, Covahl, bis dahin Mitglied des Schulvorstandes, mündlich persönlich bei der Kirchen-Commission in Bleckede, den Hauswirten von Kovahl zu beweisen, daß sie überhaupt pflichtig seien, Schullasten zu zahlen. Dem Antrag schloss sich Schulze Karstens von Kovahl an. Die Einwohner von Kovahl hätten keine Unterlagen und Protokolle darüber, daß das Lehrereinkommen überhaupt auf 80 Rtr. angehoben werden müsse. Er bat um Aushändigung aller Protokolle und Unterlagen ab 1850.
Die Kirchen-Commission Bleckede teilte ihm am 12.11.1854 mit, daß alle Unterlagen dem Schulvorstand zugegangen seien und dort eingesehen werden könnten. Daraufhin stellte Hauswirt Steinhauer am 9.2.1857 den schriftlichen Antrag an die Commission im Auftrage aller Hauswirte von Kovahl, man möge ihnen alle Protokolle ab 1851 zusenden, da sie den Gemeindemitgliedern unbekannt seien, und damit sie sich überzeugen könnten, dass sie zur Zahlung von Schullasten verpflichtet seien.

Die Kirchen-Commission Bleckede lehnt am 12.9.1857 schriftlich die Aushändigung der Akten ab. Der Schulvorstand habe alles, die Einwohner sollten dorthin gehen. Siehe den Bescheid vom 12.11.1854.

Am 26.10.1858 teilt der Schulvorstand auf Mahnung der Commission dieser mit, daß er sich weigere Zuschüsse bis auf die Höhe von 80 Rtr. zu zahlen. Jetzt sei zum Einkommen das Sommerschulgeld hinzugekommen, das müsse darauf mit angerechnet werden. Pastor Grußendorf als Vorsitzender des Schulvorstandes und der Kirchen-Commission von Nahrendorf hatte der Meldung zugesetzt, dass er den Schulvorstand darauf hingewiesen habe, dass der Lehrer durch den verbesserten Sommer-Unterricht ja auch mehr Arbeit habe, die damit bezahlt werden müsse und mit dem Sommer-Schulgeld abgegolten werde. Diesem Vorgang war vorausgegangen:
1. war 1856 durch königliche Anordnung das Mindestgehalt der Lehrer, damit auch für Kovahl, auf 100 Rtr. angehoben worden.
2. ergingen mit gleicher Anordnung höhere Anforderungen an die Sommerschule, d. h. mehr Unterricht.

Leider lässt sich in den Akten nicht genau feststellen, um wie viel Stunden der Sommer-Unterricht erhöht wurde. Nach den Visitationsberichten hatte er bisher in Kovahl betragen:
um 1819 am Mittwoch und Sonnabend von 5 – 8 Uhr
um 1850 am Dienstag und Freitag von 5 – 8 Uhr.

Bis dahin waren im Sommer etwa nur 15 – 16 Tage Unterricht gewesen. Im Winter dagegen etwa 125 Tage.

Der Erhöhung des Lehrereinkommens auf 100 Rtr. folgte der Schulvorstand, indem er gezwungenermaßen das Schulgeld anheben mußte. Allerdings so gering, dass es nicht einmal zur Auffüllung auf die alten 80 Rtr. genügte. Er erhöhte
das Schulgeld von 18 ggr. 3 Pfg. auf 18 ggr. 8 Pfg.
das Schreibgeld von 4 ggr. 7 Pfg. auf 5 ggr. 3 Pfg.
das Eintrittsgeld von 2 ggr. auf 2 ggr. 5 Pfg.

S. Vorstandsbeschluss von 1858. Neu war der Beschluss, daß ab jetzt auch die Häuslerkinder mit 75 Pfg. Schulgeld-Pflichtig wurden. Nach über einjährigem Streit folgte der Schulvorstand mit endgültigem Beschluss vom 14.11.1859 dann auch dem erhöhten Sommer-Unterricht mit Anhebung des Sommerschulgeldes von 3 ggr. auf 4 ggr. 7 Pfg. Hiergegen erhob die Gemeinde Ventschau Einspruch, nach den Akten jedoch ohne Erfolg. Nun tat sich eine neue Front auf: Bisher waren dem Lehrer als Naturalien die Brote von ca. 8 Pfund und die Würste von etwa 1 1/2 – 2 1/2 Pfund gegeben worden je Kind. Jetzt behaupteten die Hauswirte, diese Pröven seien bisher unberechtigt nur für den Winterunterricht gegeben worden. Sie müssten für das ganze Jahr einschl. des Sommer-Unterrichts gerechnet werden. Da aber die Kinder im Sommer ja fast nicht zur Schule gingen, brauche man die Pröven gar nicht mehr zu bezahlen. Hier stellte sich aber auch der Schulvorstand hinter den Lehrer und legte zusammen mit der Kirchen-Commission von Nahrendorf fest, da bisher ja im Sommer kaum mal einer zur Schule gehe, seien also die Pröven eindeutig nur für den Winter-Unterricht gewesen, also voll gerechtfertigt und auch voll weiter zu bezahlen. Damit die Pröven nicht immer kleiner wurden, setzte er für die Brote ein Gewicht von 8 – 10 Pfund fest und für die Würste eine Länge von 2 Ellen. Die Sache ging jedoch bis vor das Consistorium, das in gleichem Sinne entschied und die Festlegungen genehmigte.

Auf die Eingabe des Schulvorstandes v. 26.10.1858 reagierte die Behörde am 8.11.1858: Wenn der Schulvorstand nicht bezahle, werde das Geld eingetrieben. Daraufhin unternahm Schulze Karstens am 18.12.1858 einen erneuten Vorstoß beim Amt, er verlangte die Auslieferung der gesamten Akten zur Einsichtnahme, damit bewiesen werden könne, dass die Gemeinde überhaupt Schulgeld zahlen müsse. Schreiben der Kirchen-Commission Bleckede an Schulzen Karstens v. 19.12.1858: Er möge die Akten beim Schulvorstand einsehen, siehe Bescheide vom 12.11.1854 und 12.2.1857.

Die Schulgemeinde Kovahl war auch die nächsten Jahre noch voll damit beschäftigt, das Einkommen des Lehrers auf 80 Rtr. anzuheben.

Der Lehrer hatte inzwischen begonnen, selbst und auf eigene Rechnung Land zu kultivieren.

Der Streit ging 1863 weiter. Pastor Grußendorf als Vorsitzender der Kirchen-Commission Nahrendorf berichtete am 21.12.1863 an die Kirchen-Commission Bleckede, daß der Schulvorstand Kovahl sich weigere, für 1862 und 1863 die 16 Rtr. 1 ggr. 1 Pfg. Zuschuss zu zahlen mit der Begründung, die Grundstücke aus der Gemeinheitsteilung müssten voll mit dem Ertragswert angerechnet werden. Denn die Gemeinde habe im Anfang ja auch den Bruchboden pflügen lassen. Er als Vorsitzender der Kirchen-Commission Nahrendorf müsse dazu bemerken, dass das nicht Rechtens sei, denn der Lehrer Eggers habe bisher alles allein selbst cultiviert und bezahlt. Eggers berufe sich mit Recht auf das Schreiben des Consistoriums vom 4.2.1851 mit dem Wortlaut: “Übrigens können wir eine Verpflichtung des Schullehrers zur Kultivierung der aus der Gemeinheitsteilung ihm angefallenen Grundstücke nicht anerkennen und müßten es der Gemeinde überlassen, ihrerseits zur Kultivierung jener Grundstücke mitzuwirken, damit der evtl. von ihr zu leistende Geldzuschuss verringert wird.” Er halte deshalb für richtig, dass die Schulgemeinde dem Lehrer Eggers erst einmal die Kosten der Kultivierung ersetze, ehe sie die Erträge in Anrechnung bringt.

Die Kirchen-Commission schrieb am 24.12.1863 an den Schulvorstand: Sichtlich haben in all den Jahren nicht die damals verordnete jährliche Anrechnung und die damit verbundene beiderseitige Anrechnung der Leistungen stattgefunden. Dies ist für den 1.10.1863 nachzuholen. Es erfolgte nichts. Am 6.1.1864 richtete der Lehrer Eggers ein Gesuch an die Kirchen-Commission in Bleckede des Inhalts: Es war seinerzeit richtig vereinbart worden, dass der Bruch bzw. Angerboden nach 8 Jahren zur Anrechnung komme, der Heideboden nach 10 Jahren. Bis dahin sollte die Schulgemeinde mir den Rest von 21. Rtr. 16 ggr. zuzahlen. Der Schulvorstand weigerte sich jedoch von Anfang an und ging zum Amtsassessor Wolff in Bleckede mit dem Anliegen, ob die Schulgemeinde das Recht hätte, alles, was die Schule an Land hätte und besitze, von der Schulstelle zu trennen und dafür dem Lehrer 80 Rtr. bar zu geben. Assessor Wolff bejahte dies und verwies meine Einsprüche dagegen zur Ruhe. Der Schulvorstand wollte mir nun alles zur Schulstelle gehörende Land wegnehmen einschl. des bereits von mir urbar gemachten. Ich legte daraufhin den Vorgang dem Consistorium vor, das entschied, daß das Schulland nicht der Gemeinde gehöre, sondern der Schulstelle und ich darauf Anspruch hätte. Trotzdem bestand der Schulvorstand darauf, mir das Land zu nehmen. Damit es mir nun nicht genommen würde, musste ich auf den Zuschuss verzichten. Es ist damit sowohl die Anordnung des Consistoriums wie auch die vom 5.4.1851 vom Schulvorstand außer Kraft gesetzt worden. Zur Urbarmachung: Die Hauswirte von Kovahl waren zu Anfang einmal erschienen und hatten angefangen zu pflügen auf dem Bruche, es aber nach kurzem Versuch aufgegeben. Ausweislich des vorgelegten Gutachtens von Herrn Burmester, Gut Horn, haben sie mehr Schaden angerichtet als Nutzen. Ich habe alles allein und auf meine Kosten in Handarbeit gerodet und gehackt, ich habe entwässert und Gräben gezogen und habe gemergelt, letzteres noch nicht genug. So ist aus Heide und Morast, wo früher nicht eine Kuh gesättigt werden konnte, Ertragsland geworden. Ich habe jede freie Stunde dabei verbracht, zum Teil mit meiner Familie und auch nachts. Auch die Steine wurden entfernt. Jetzt sind sie alle neidisch auf den Erfolg, sie hätten es nicht für möglich gehalten. Jetzt wollen sie nicht die Kosten der Kultivierung tragen und zahlen, aber auch nicht mehr die Zulage bis 80 Rtr. Am 4.2.1864 schrieb Lehrer Eggers erneut an die Kirchen-Commission: Er habe jedes Jahr die geforderte Abrechnung gemacht. Der Schulvorstand habe sie zwar als richtig befunden, beachte sie jedoch nicht und fände allerlei Ausflüchte, um nicht zu bezahlen. Am 17.12.1864 schreibt der Schulvorstand an die Commission: Der Schulvorstand weigere sich zu zahlen, zuerst müsse eine Regulierung mit dem Schulland gefunden werden. Zusatz von Pastor Grußendorf an die Commission: Auch eine neue Regelung mit dem Schulland habe keinen Einfluss auf die Zahlung, die dem Lehrer eindeutig zustehe. Am 19.2.1864 schrieb die Kirchen-Commission an den Schulvorstand: Ohne Rücksicht auf eine neue Regelung der Besoldung mit anderer Anrechnung der Ländereien muß zunächst das bisherige gezahlt werden. Eine evtl. neue Regelung ist dann mit dem Lehrer auszuhandeln und der Commission zur Genehmigung vorzulegen. Der Schulvorstand antwortete am 7.8.1864: Sie weigerten sich etwas zu bezahlen. Erstens hätte die Gemeinde dem Lehrer bei der Kultivierung geholfen. Zweitens seien die Kosten, die der Lehrer gehabt habe, sehr gering gewesen. Sie seien allein schon dadurch ausgeglichen, dass er das Land überhaupt nutzen könne. Durch den Ertrag seien die Zuschüsse erledigt. Am 23.10.1864 teilte der Lehrer Eggers der Commission mit, er habe die diesjährige Abrechnung dem Schulvorsteher Soltau, Quarstedt, übergeben. Dieser habe die Zahlung von den fehlenden 15 Rtr. 16 ggr. verweigert.
Die Kirchen-Commission schrieb am 30.10.1864 an den Schulvorstand, er solle sich so schnell wie möglich gütlich mit dem Lehrer einigen. Dazu erfolgte die Anordnung, der Commission umgehend einen genauen Bericht des Lehrers und dazu eine Stellungnahme des Schulvorstandes vorzulegen.

Lehrer Eggers legte seinen Bericht am 14.11.1864 vor. In Erwiderung des Schr. der Ki.-Commission berichte er folgendes: zu eins, daß die Kultivierung nur sehr wenig gekostet habe: Er lege Abrechnung der bisherigen Kultivierungsarbeiten vor, die 312 Rtr. 16 ggr. 8 Pfg. bisher gekostet hätten. Zur Finanzierung habe er den Brautschatz seiner Frau von 100 Rtr. eingesetzt und außerdem ein Darlehen von 55 Rtr. aufgenommen. Er habe mit seiner Familie Tag und Nacht gearbeitet. Wie der Schulvorstand von geringen Kosten reden könne, sei ihm unerklärlich. zu: die Gemeinde hätte geholfen: Insgesamt 5 Bauern wären an einem Nachmittag im Anfang erschienen und hätten versucht zu pflügen. Selbst mit 6 Pferden vor dem Haken wären sie wegen der Wurzeln und wegen der Steine nicht in die Erde gekommen und hätten es gleich wieder aufgegeben. Außerdem hätten sie erklärt, diese Arbeit sei für sie zu schwer. Er hätte also Wurzeln roden und Steine ausgraben und absammeln und Gräben ziehen alles allein machen müssen, zu keiner weiteren Arbeit wären die Bauern nochmals erschienen. zu 3, dem Nutzen: Die letzten Jahre waren so nass, dass kaum Ernten waren. So habe er von 2 Morgen Kartoffeln gerade 2 Schubkarren voll Ernte gehabt. Bei Roggen ergab sich nicht einmal die Aussaat. 3 Himpten Aussaat Hafer brachte eine Schubkarre voll Ernte. Insgesamt habe die Ernte nicht die Aussaat gebracht. Auch die Weiden waren so nass und sumpfig, dass er trotz Kultivierung nicht mehr Vieh habe halten können. Zu dem Bericht des Lehrers nahm der Vorstand unter Vorsitz des neuen Pastors Gersting wie folgt Stellung (17.11.1864): Der Schulvorstand weigert sich, noch etwas zu bezahlen da die Ländereien des Lehrers doch nun schon einige Jahre etwas Ertrag gebracht hätten. Die Kirchen-Commission Nahrendorf legte Bericht des Lehrers mit Stellungnahme des Schulvorstandes am 19.11.1864 der Commission Bleckede vor: Die hohe Commission möge dem Lehrer doch schnell zu seinem Recht verhelfen. Die Bleckeder Kirchen-Commission am 25.11.1864 an Consistorium Hannover: Die unterschiedlichen Standpunkte werden nochmals vorgestellt. Das Consistorium möge anordnen, dass eine Prüfung der Erträge stattfinden müsse, damit eine klare Anordnung erfolgen könne.

Am 30.11.1864 erging folgende Verfügung des Consistoriums Hannover an den Schulvorstand Kovahl: Auf Grund des Landesplanes der Schulverbesserungen wird das Diensteinkommen der Schulstelle zu Kovahl auf 120 Rtr. festgesetzt. Für die Aufbesserung sind einzusetzen:
a) Erhöhung des Schulgeldes
b) Beilegung von Grundstücken oder Kultivierung
c) Naturallieferungen
d) bare Zuschüsse
Das Protokoll über den Beschluss des Vorstandes ist binnen 4 Wochen vorzulegen.

16.12.1864 Sitzung des Schulvorstandes, dem dieses Schreiben bekannt gegeben wird. Es konnte kein Ergebnis erzielt werden. Der Vorstand beschloss, darüber nochmals Überlegungen anzustellen.

Erneute Sitzung des Schulvorstandes am 6.1.1865:
Anwesend: Pastor Gersting als Vorsitzender
Hauswirt Soltau von Vohrsen
Hauswirt Meyer von Ventschau.
Der Vorsitzende wies darauf hin, dass die Verbesserung nicht nur notwendig sei, sondern auch von der Schulgemeinde aufgebracht werden müsse. Die beiden Vorsteher erklärten, sie könnten nichts mehr zahlen. Auf die Aufbesserung müssten nun die 12 Morgen Heideboden mit 3 Rtr. pro Morgen angerechnet werden. Wenn dann noch etwas fehle, möge die Aufstockung aus Landesmitteln erfolgen. Die Gemeinde zahle nichts, da
1. das Schulgeld nun schon hoch genug sei
2. die Schule mit Land ausreichend versorgt sei.

Am 13.1.1865 stellte Lehrer Eggers ein neues Gesuch an die Kirchen-Commission Bleckede, dafür zu sorgen, dass sein Einkommen auf 80 Rtr. aufgestockt würde.

Das Consistorium ordnete am 27.1.1865 an, dass sofort ein Gutachten über den Ertrag der Länderei zu erstellen sei. Dabei müssten vom Rohertrag alle Aufwendungen auch der Kultivierung abgezogen werden. In Betracht käme nur der Reinertrag. Am 5.2.1865 ordnete auch die Commission Bleckede an:
1. Feststellung des Ertragswertes der Länderei (Reinertrag)
2. Genauen Bericht über die Schulkosten vorzulegen
3. einen Dienstanschlag für die Schule vorzulegen.

Am 1.3.1865 berichtete Pastor Gersting an die Bleckeder Commission: Zur am 19.2.1865 angesetzten Vorstandssitzung sei nur 1 Mann erschienen, so dass nichts erreicht werden konnte. Er habe nochmals den Versuch unternommen, eine gütliche Einigung zu erreichen. Die vorgeschlagene gütliche direkte persönliche Einigung zwischen Lehrer und Vorstand habe nichts erreicht. Lehrer Eggers wolle nicht weiter verhandeln, bevor ihm nicht sein Einkommen auf wenigstens 80 Rtr. aufgestockt und ihm die Rückstände aus dieser Aufstockung gezahlt worden seien. Er verlange nun auch Taxation des Ertrages.

Am 8.3.1865 fand eine Sitzung des Schulvorstandes statt. Man beschloss:
1. der Schulvorstand will dafür Sorge tragen, das Einkommen des Lehrers auf 80 Rtr. aufzustocken.
2. die Aufstockung auf 120 Rtr. kann die Schulgemeinde nicht tragen. Das muss der Staat durch Zuschüsse übernehmen und tragen.

Am 5.4.1865 schrieb das Consistorium an den Schulvorstand, er möge nun endlich etwas tun.

Am 24.4.1865 legte der Schulvorstand eine Aufstellung auf Grund der Anordnungen des Consistoriums v. 27.1.1865 und der Kirchen-Commission Bleckede v. 5.2.1865 vor.

Die Commission schrieb am 4.5.1865 zurück, mit der eingereichten Aufstellung könne die Commission nichts anfangen. Der Vorstand möge nun endlich die geforderten Unterlagen vorlegen, vor allem
1. Verzeichnis der Steuern der Gemeindemitglieder
2. Verzeichnis der Schullasten, die aufgebracht werden müssten
3. den Dienstanschlag der Schule
Daraufhin stellte der Schulvorstand am 29.6.1865 offiziellen Antrag auf Staatszuschuss. Schon die Verbesserung des Lehrereinkommens auf 80 Rtr. sei nur durch Zwangsmaßnahmen zu erreichen. 120 Rtr. könne die Gemeinde nicht aufbringen.

Am 1.7.1865 legte der Schulvorstand den Behörden die Aufstellung der in der Schulgemeinde aufzubringenden Steuern vor. Am 6.7.1865 schrieb das Consistorium an den Vorstand: Leider fehlen immer noch die geforderten Aufstellungen außer der Steueraufstellung. Aus der summarischen Steuerzusammenstellung sei aber schon zu ersehen, daß bei der Steuerlast die Schullasten selbst sehr gering seien. Außerdem solle der Schulvorstand das Schreibgeld abschaffen, das bisher nur von den wenigen Kindern genommen werde, die schreiben lernen sollten. Gemäß den Landesbestimmungen vom 31.3.1857 über die Verbesserungen des Schulunterrichts müssten alle Kinder schreiben lernen. Außerdem solle der Vorstand das Schulgeld allgemein anheben. Am 11.7.1865 schrieb die Commission an Vorstand, er möge nun endlich die geforderten Unterlagen einreichen.
Commission an Vorstand:

Der am 2.8.1865 eingereichte neue Dienstanschlag beweist, dass noch nicht einmal die geforderten 80 Rtr. Einkommen erreicht seien, sondern nur 63 Rtr. 6 ggr. 3 Pfg. Der Schulvorstand stellte daraufhin Antrag auf Staatszuschuss.

Consistorium an Schulvorstand v. 10.8.1865:
Die eingereichten Unterlagen sind unzureichend und zum Teil falsch, es sind umgehend richtige einzureichen.

Die verbesserten Unterlagen wurden nach 3 weiteren Mahnungen am 19.11.1865 den Behörden vorgelegt, am 22.11.1865 jedoch wieder zurückgeschickt, da sie völlig unbrauchbar sind. Ebenso erging es der Vorlage v. 3.12.1865. Eine erneute verbesserte Vorlage erfolgte am 18.12.1865, die am 12.1.1866 als nicht ausreichend wieder dem Vorstand zurückgeschickt wurde.

Die königl. Drostei Lüneburg verfügt am 24.2.1866, dass das Diensteinkommen der Schule zu Kovahl gemäß den Landesbestimmungen auf 150 Rtr. angehoben wird. Dazu könne die Schulgemeinde einen Antrag auf Zuschuss von 20 Rtr. stellen. Der Schulvorstand stellte sofort noch weitere Anträge auf Zuschüsse sowohl an das Amt Bleckede wie auch an das Amt Dannenberg für die Dörfer Quarstedt und Sammatz. Das Amt Bleckede schrieb am 5.3.1866 zurück, es sei bei 20 Rtr. Staatszuschuss möglich, das erhöhte Schulgeld aufzubringen. Das Amt Dannenberg schrieb am 25.3.1866, das erhöhte Schulgeld könne “ohne Bedruck für die Bevölkerung” aufgebracht werden, da es pro Kopf nur 1 gr betrage. Ein Zuschuss werde nicht gewährt.

Der Schulvorstand erhob Einspruch und stellte erneut Anträge auf Zuschüsse.

Am 2.6.1866 ordnete das Consistorium mit Verfügung an:
1. Die Festsetzungen des Lehrereinkommens der Schulstelle zu Kovahl werden auf 150 Rtr. erhöht. Die bisherigen Festsetzungen waren irrig.
2. Dazu werden 20 Rtr. Staatszuschuss gewährt.
3. Der Schulvorstand hat zu beschließen, wie die bisher fehlenden Gelder – der Rest zu 80 Rtr., weitere 40 Rtr. zu 120 Rtr. und mit Anrechnung des Zuschusses von 20 Rtr. der Rest von 10 Rtr. zu 150 Rtr. Einkommen – aufgebracht werden sollen.
4. Die jährliche Abrechnung des Zuschusses von der Gemeinde ist zu beseitigen und ein feststehender Betrag einzusetzen.
5. Gem. Artikel 10 und 17 des Gesetzes v. 21.11.1857 gehört das Schreiben zu den notwendigen Unterrichtsgegenständen. Das Schreibgeld ist deshalb abzuschaffen und allen Kindern das Schreiben beizubringen.

Die Kirchen-Commission Bleckede erließ die gleiche Anordnung am 11.6.1866 mit der Auflage an den Schulvorstand, dies zu beschließen und Protokoll über den Beschluss binnen 3 Wochen vorzulegen.

Schulvorstandssitzung vom 7.7.1866:
Der Schulvorstand beschließt einstimmig, nachdem die neuen Bestimmungen und die Schreiben ihm zur Kenntnis gebracht worden waren:
a) Die fehlenden Gelder können nicht aufgebracht werden. Es sei den Einwohnern nicht zuzumuten, mehr zu bezahlen.
b) Das Schreibgeld wird nicht abgeschafft (1865 lernten 11 von 42 Kinder Schreiben).
c) Die Commission möge alle Einwohner einladen und ihnen allen klarmachen, dass sie und weshalb sie zahlen müssten.

Die Commission Bleckede weist den Beschluss des Schulvorstandes am 21.8.1866 zurück und ordnet an, dass umgehend zu beschließen sei, wie die Gelder aufgebracht werden. Sie setzt eine Beschlussversammlung auf den 9.10.1866 an.

Zu dieser Beschlussversammlung erschien niemand, so dass nichts beschlossen werden konnte. Jetzt setzte das Amt Bleckede eine neue Schulvorstandssitzung auf den 28.10.1866 an.

Der Schulvorstand fasste folgende Beschlüsse:
1. Der jährliche feste Zuschuss der Gemeinde zu den Schullasten wird auf 18 Rtr. festgesetzt (Zuschuss insgesamt und nicht mehr).
2. Die 10 Rtr. bis zu 150 Rtr. Einkommen übernimmt der Schulvorstand zur
Verteilung auf die Gemeinde.
3. Alles dann noch fehlende beantragt er auf Staatsmittel zu übernehmen.
4. Das Schreibgeld fällt weg.
5. Das Schulgeld wird auf 1 Rtr. 14 gr erhöht.
6. Ein genauer Bericht wird vorgelegt.

Auf den vorgelegten genauen Bericht antwortete das Consistorium am 6.12.1866:
Wenn nach dem Bericht des Vorstandes 49 Kinder vorhanden seien, betrage das Einkommen des Lehrers nunmehr
Schulgeld für 49 Kinder 71 Rtr. 26 ggr. – Pfg.
Brote und Würste 12 7 5
Grundstücke 19 – –
Gemeindezuschuss 18 – –
Landesmittel 20 – –
Eintrittsgeld – 5 –
____________________________
141 8 5

Es fehlten also noch 8 Rtr. 21 gr 5 Pfg. Nach dem beigefügten Dienstanschlag seien aber nur 42 Kinder vorhanden, die Differenz zwischen beiden Berichten sei zu klären. Für das Einkommen des Lehrers ist nur der Sichere Ertrag zugrunde zu legen. Die fehlende Summe ist von der Schulgemeinde aufzubringen ohne weitere Zuschüsse. Innerhalb von 14 Tagen sei zu berichten.

Am 23.12.1866 schreibt der Vorstand an die Commission, dass bisher noch nichts geschehen konnte, da Lehrer Eggers krank sei. Dazu wird das Protokoll der Sitzung des Schulvorstandes vom 22.12.1866 beigefügt: Da Lehrer Eggers krank sei, habe er die Zahl der Kinder nicht genau nennen können. Der Schulvorstand verlange dazu den 10-jährigen Durchschnitt der Kinder zu nehmen. Lehrer Eggers meine 44 – 46. Der Pastor stellte 46 Kinder fest. Der Schulvorstand behauptete mehr. Der Vorsitzende Pastor errechnete nun dass Einkommen mit
1. Schulgeld für 46 Kinder a 1 Rtr. 14 gr 67 Rtr. 11 gr – Pfg.
2. Brote und Würste für 46 Kinder 11 15 –
3. Grundstücke 19 – –
4. Gemeindezuschuß 18 – –
5. Landesmittel 20 – –
6. Eintrittsgeld – 5 –
___________________________
zusammen 136 4 –

Es fehlten nur noch 13 Rtr. 26 gr. Diese Summe will und kann der Schulvorstand nicht aufbringen. Er beantrage deshalb, den Landeszuschuss auf 25 Rtr. zu erhöhen, den Rest wolle der Vorstand wie die 18 Rtr. Zuschuss aufbringen. Nach Schreiben des Protokolls verweigerten die Schulvorsteher die Unterschrift. Auch nach mehreren Aufforderungen verweigerten die Schulvorsteher die Unterschrift. Daraufhin wurden deshalb alle Mitglieder des Schulvorstandes auf Anordnung der Commission durch den Vogt Uhthoff, Dahlenburg, amtlich zu einer Sitzung am 7.1.1867 geladen. Hier erklärten die Mitglieder des Schulvorstandes: Wir sind, da Lehrer Eggers krank war und die genaue Kinderzahl nicht nennen konnte, mit der errechneten Kinderzahl nicht einverstanden. Wir behaupten, dass 60 Kinder in der Schule sind. Lehrer Eggers erklärte, die 10-jährige Durchschnittskinderzahl betrage 44 Kinder. Der Vorstand blieb bei seiner Behauptung und verlangte, dass der Berechnung des Einkommens immer nur der augenblickliche tatsächliche Bestand der Schulkinder zugrunde gelegt werden dürfe. Den dann noch anfallenden Rest wolle man bezahlen. Eine Einigung erfolgte nicht.

Die Commission lud nun Schulvorstand und Lehrer zu einem Termin am 17.1.1867 nach Bleckede. Der Lehrer legte vor, daß die 10 – jährige Durchschnittskinderzahl 44 Kinder beträgt. Der Schulvorstand behauptete, die Zahl sei viel höher. Die Commission schlug vor, sich auf den Durchschnitt zwischen beiden Zahlen zu einigen, dies lehnte der Schulvorstand – der Durchschnitt hätte dann 49 Kinder betragen – ab. Nach längerem Hin und Her einigte man sich dann doch: Zur Berechnung des Einkommens weist der Lehrer mit einer genauen namentlichen Liste die Kinder nach. Zugrunde gelegt werden immer der augenblickliche Bestand der Kinder für die Meldung. Was dann noch fehle, wolle der Schulvorstand bezahlen.

Mit Schreiben vom 4.2.1867 stimmte der Regelung dann auch das Consistorium Hannover zu, Abrechnung nach den nachgewiesenen augenblicklich in der Schule anwesenden Kindern. Der Schulvorstand legte bereits am 4.3.1867 einen neuen Dienstanschlag für den Lehrer nach dem augenblicklichen Stand vor: Die Einnahme besteht in folgenden:
I. Naturalien
1. 54 Bröde a 5 gr 9 Rtr. – ggr. – Pfg.
2. 54 Würste a 2 1/2 gr 4 15 –
II. Grundstücke, taxiert zu 19 – –
III. Eintrittsgelder – 5 –
IV. Gemeindezuschuss jährlich 18 – –
V. Aus Landesmitteln 20 – –
VI. Schulgeldern für 54 Kinder 79 6 –
____________________________
Summa 149 26 –

Hiernach würde die Gemeinde, wenn die Schülerzahl sich im Sommer nicht verringerte, Michaelis 1867 zuzuschießen haben 4 gr.

Nahrendorf, d. 4. März 1867 A Gersting, Pastor

Der Schulvorstand bezahlte die 4 ggr. Damit war nach über 20 Jahren der Streit um das Einkommen des Lehrers zu Kovahl beendet.

Nachdem Hannover zu Preußen kam, wurde die Verwaltung gestrafft. Für die Schule Kovahl liegen nunmehr jährliche Dienstanschläge und Berichte mit allen Berechnungen vor. So wies der Dienstanschlag für 1873 ein Einkommen des Lehrers von 141 Rtr. 23 ggr. aus, der von 1874 ein Einkommen von genau 150 Rtr. Zusätzlich bekam er aus Staatsmitteln einen Zuschuss von 100 Rtr., also insgesamt 250 Rtr. Danach erfolgte die Umstellung von Rtr. auf Mark. Der Dienstanschlag für 1878 weist ein Einkommen von 750 Mark aus. Am 27.9.1879 starb der Lehrer Jürgen Nicolrwaltung gestrafft. Für die Schule Kovahl liegen nunmehr jährliche Dienstanschläge und Berichte mit allen Berechnungen vor. So wies der Dienstanschlag für 1873 ein Einkommen des Lehrers von 141 Rtr. 23 ggr. aus, der von 1874 ein Einkommen von genau 150 Rtr. Zusätzlich bekam er aus Staatsmitteln einen Zuschuss von 100 Rtr., also insgesamt 250 Rtr. Danach erfolgte die Umstellung von Rtr. auf Mark. Der Dienstanschlag für 1878 weist ein Einkommen von 750 Mark aus. Am 27.9.1879 starb der Lehrer Jürgen Nicol71: Hauhaltungen 68, davon
Voll- und Halbhöfner 19
Brinksitzer 6
Häusler 43

In den nachfolgenden Jahren änderte sich auch zusammen mit der Umstellung auf Mark die Bewertung der Naturalien.
1878 wurden die Grundstücke bewertet mit 36 M.
1883 schon mit 135,50 M.
Das Brot wurde unverändert angesetzt mit 50 Pfg.
die Wurst mit 25 Pfg.
das Schulgeld betrug je Kind 4 M. 40 Pfg.

Nach dem Dienstanschlag von 1883 bekam der Lehrer ein Einkommen von insgesamt 957 M 93 Pfg.

Dem Schulvorstand ging es in den Jahren darum, Staatszuschüsse zu erhalten. Nachdem mit Vfg. der Landesregierung v. 4.9.1873 die Schulstelle auf 250 Rtr. angehoben war, wurden 100 Rtr. Zuschuss erwirkt. Eine weitere Verfügung stellte 1875 auf 750 M. um. Sie verbot aber, die zu der Zeit gerade sehr hohen Naturalpreise anzusetzen.
1876 bekam die Schule 210 M Zuschuss Landesmittel.
1882 bei unverändertem Gehalt 215 M Zuschuss.
1883 wurde das Gehalt auf 1000 M angehoben, jetzt musste die Gemeinde allein aus Gemeindemitteln 445 M Zuschuss aufbringen.
1888 wurde das Schulgeld von 4,40 M jährlich auch für fremde Kinder eingeführt.

Inzwischen hatte sich auch bei der Schule selbst etwas getan. Bei der am 2.8.1880 fälligen Revision wurde festgestellt, dass das Schulgebäude keinesfalls mehr den Erfordernissen und Vorschriften entspricht. Es fehle vor allem ein Klassenraum, wozu ein Anbau erforderlich sei. Der Unterricht könne nicht mehr in der Stube stattfinden. Am 31.3.1881 wurden Zeichnung und Bauplan zur Genehmigung vorgelegt. Das königl. Bau-Consistorium genehmigte den Bau mit verschiedenen Auflagen, die noch weitere Verbesserungen beinhalteten. Der Bau sollte eigentlich noch 1881 fertig werden, alle Unterlagen kamen aber nach der Genehmigung erst am 30.7.1881 zusammen, so dass der Bau nicht vor Winter fertig geworden wäre. Ein Unterricht im halbfertigen Bau über Winter war auch nicht möglich, so dass erst 1882 begonnen wurde. Der Schulvorstand vergab den Bau an Zimmermeister Martens, Kovahl, mit der vertraglichen Bindung, ihn bis zum 31.7.1882 fertig zu haben. Anfang Mai 1882 begann Martens. Der Anbau wurde am 11.8.1882 abgenommen, die festgestellten Mängel wurden umgehend beseitigt. Der Anbau kostete insgesamt 4.126,72 Mark. Während des Baues ließ der Lehrer den Unterricht zunächst ausfallen, die Behörde ordnete jedoch die Weiterführung des Unterrichts an, die Gemeinde sollte einen Raum anmieten. Das Angebot von Schulze Karstens, in seiner Scheunendiele zu unterrichten, lehnte Pastor Grußendorf als unzumutbar ab, da es dort zu zugig und auch zu dunkel sei. Karstens bot nun ein Zimmer für 9 M in der Woche an. Ein anderes Angebot kam von einem Hauswirt aus Sammatz für 2 M pro Woche. Lehrer Schönfeldt schlug vor, wegen des weiten Weges nach Sammatz, trotz des hohen Preises in Kovahl zu bleiben. Der Schulvorstand erhielt vom Amt die Auflage, binnen einer Woche ein Local zu beschaffen. Es gelang. Am 11.7.1882 mietete der Schulvorstand ein Zimmer bei Karsten, Kovahl, für 1 M pro Woche. Nach Bezug und Aufnahme des Unterrichts im neuen Klassenraum wurde die Stube zur alleinigen Nutzung der Lehrerwohnung zugegeben. Über das Aussehen der Schule mit dem Klassenanbau liegt eine Aufnahme vor:
Es folgen nunmehr einige Einzelnachrichten und -beschlüsse:
In der Schulvorstandssitzung am 17.6.1879 beschloss der Vorstand, statt der 4,40 M Schulgeld als Pauschale, die Schulbeiträge nach der Klassensteuer umzulegen und teilte dazu 6 Beitragsstufen ein:
I. Klasse (bis 15 M Steuer) hat 1 M je Kind zu zahlen
II. Klasse (bis 30 M Steuer)hat 2 M
III. Klasse (bis 70 M Steuer) hat 6 M
IV. Klasse (bis 110 M Steuer) hat 9 M
V. Klasse (bis 200 M Steuer) hat 12 M
VI. Klasse (über 200 M Steuer) hat 25 M

Die Spannhalter sind nach wie vor zu Fuhren verpflichtet nach der Reihe. Gegen diesen Beschluss ergehen sehr viele Einsprüche, weil die Einwohner die Abstufung für zu grob halten. Der Schulvorstand hob deshalb den Beschluss in einer Schulvorstandssitzung am 3.2.1887 wieder auf und beschloss, die Schulbeiträge in Zukunft “nach Maßgabe der direkten Staatssteuern unter Ausschluss der Gewerbesteuer” anteilig zu verteilen. Dieses System brauchte nicht lange in Kraft zu sein, denn 1888 wurde durch Landesgesetz das Schulgeld für Volksschüler aufgehoben. Das gleiche Gesetz v. 14.6.1888 und ein nachfolgendes v. 31.3.1889 brachten die Regelung, dass die Pröven in Natura wegfallen. Der Schulvorstand beschloss, diese wegfallen zu lassen und zahlte dem Lehrer dafür als Ausgleich 110 M. Nach dem Protokoll des Schulvorstandes v. 9.9.1889 ist die Besoldung des Lehrers nunmehr:
Grundstücke, Gärten 20,00 M
Acker 83,50 M
Wiesen 3,00 M
bar 893,50 M
________
1000,00 M

Als Staatszuschuss bekommt Kovahl 500 M.

Am 12.5.1881 setzte Friedrich Wilhelm Ferdinand Nedlitz, Steinhauer zu Sammatz, der Kirche zu Nahrendorf ein Legat aus von 300 M. Er bestimmte, daß die Zinsen des Legats immer am 23.2. des Jahres den Armen der Schulgemeinde Kovahl zuteil werden.

Ein weiteres Legat setzte mit Urkunde vor dem Amtsgericht Dannenberg der Hauswirt Jürgen Heinrich Christoph Dannenfeld aus Quarstedt von ebenfalls 300 M zu Gunsten der Schulgemeinde Kovahl aus. Da er krank war, fand eigens zu dem Zweck ein Termin des Amtsgerichts im Hause von Dannenfeld statt. Er bestimmte, die Schulgemeinde hat das Legat verzinslich anzulegen und die Zinsen zum Besten hilfsbedürftiger Lehrerwitwen in der Schulgemeinde zu verwenden.

Protokoll des Schulvorstandes v. 25.8.1897: Gemäß Verfügung der Königl. Regierung betr. Neuregelung des Lehrergehalts bekommt der Lehrer eine Alterszulage von 120 M.

Nach dem Protokoll des Schulvorstandes vom 10.1.1898 bekam der Lehrer ab sofort eine Alterszulage von 150 M.

1884 wurde Kovahl von der Schulaufsicht angewiesen, Turngeräte anzuschaffen. Durch Gesetze von 1885 und 1893 wurden die Pensionsverhältnisse für die Lehrer geregelt. Durch ein Gesetz von 1899 auch die Witwenpensionen der Lehrerwitwen. Diese Ausgaben bzw. Umlagen erscheinen nunmehr in den Ausgaben der Schule. Neu für die Schule in Kovahl mit der Änderung der Schulaufsicht waren die jährlich nun abzugebenden statistischen Schulerhebungen. So gibt die Schulstatistische Erhebung von 1896 folgende Auskünfte: Kovahl

1 Lehrerstelle, besetzt mit einem Lehrer, die Frau gibt Handarbeit für 60 M/Jahr 91 Kinder, davon 31 Knaben, 60 Mädchen unterrichtet in einem Klassenraum in einer Klasse
Gehalt des Lehrers: 925 M bar
150 M Wohnung
75 M Feuerung
100 M Alterszulage
________________
1250 M

Einnahmen: 8,80 M von 2 fremden Kindern
106,50 M Vermögen
301,70 M Umlage
500,00 M Staatszuschuss
100,00 M Alterszulage

Gesamtaufwendungen Schulhaushalt: 1894 778,19 M
1895 686,14 M
1896 611,50 M

Der Lehrer beackert vom Schulland noch 3,55 ha mit einem Ertragswert von 106,50 M

Die Erhebung 1906 sagt aus:
1 Lehrerstelle besetzt mit einem Lehrer
Handarbeit weiterhin für 60 M
60 Kinder, davon 35 Knaben, 25 Mädchen
unterrichtet in einem Klassenraum in 2 Klassen
Bemerkungen: z. Zt. findet kein Unterricht in Handarbeit statt
ein Turn- und Spielplatz ist bei der Schule nicht vorhanden, beides findet auf der Dorfstraße statt.
Gehalt des Lehrers 780 M bar
20 M Ertragswert des Landes
220 M Wohnung
_________________________
1020 M

Staatszuschuss 400 M

Ausgaben außer Gehalt:
Beitrag zur Alterszulagekasse 223 M
Beitrag Ruhegehaltskasse 30 M
Beitrag Witwenkasse 7 M
f. Schulheizung 90 M
Lehr- u. Lernmittel 100 M
Unterhaltungskosten 342 M

Der Lehrer beackert noch einen Garten mit 13 a und Acker mit 37 a, Ertragswert 20 M, der andere Acker ist verpachtet für 85 M.

Sehr interessant sind die Schulvisitationen. Solange die Kirche die Schulaufsicht hatte, sind die Visitationsberichte praktisch lückenlos in den Kirchenakten vorhanden (s. allgemeiner Text s. o.). Als am 11.5.1872 das neue Schulaufsichtsgesetz bestimmte, dass die Geistlichen nicht mehr Kraft Amtes die Aufsicht ausübten, waren sie zwar von diesem Dienst nach Gesetz entbunden, sie wurden in der Regel aber weiter als Schulinspektoren eingesetzt. Wandel brachte das neue Gesetz vom 1.7.1885, wonach das Volksschulwesen von den Consistorien an die Abteilung für Kirchen- und Schulwesen bei der Regierung überging. Die unmittelbare Aufsicht führte nun der Kreisschulinspektor. Nach 1900 erschien in den Protokollen auch der Kreisschularzt mit Berichten über sanitäre und gesundheitliche Missstände.

Als Beispiele für die Kovahler Schulverhältnisse sind nachfolgend aus den Protokollen der Revisionen von 1903 bis 1911 einige Bemerkungen und Beanstandungen aufgeführt: Protokoll der Revision vom 21.9.1903, Beanstandungen:
1. Der Barren und das Reck sind sehr schadhaft und in der Benutzung gefährlich.
2. Das Trinkwasser, das von einem Nachbargrundstück über 500 Fuß weit zu holen ist (Tägersche Hof), ist trübe und hat einen unangenehmen Geschmack.
3. Ein Trinkbecher für die Kinder ist nicht vorhanden.
4. Die Sitzplätze in der Schule reichen für die Kinder nicht aus, es müssen 6 Kinder auf einer Bank sitzen, die nur für 4 Kinder bestimmt ist. Es müßten dringend zwei neue Bänke angeschafft werden.
Bemerkung: Da weder Verbandsvorsteher noch Schulvorstand zur Revision erschienen waren, konnte nichts mit ihnen besprochen werden.
Im Juni 1903 geht der Lehrer Bischhoff von der Kovahler Schule an die Schule von Gödestorf.

Protokoll der Revision vom 30.1.1905: Beanstandungen:
1. Es fehlen Anschauungsbilder für den Unterricht.
2. Das Dach der Schule ist schadhaft, es regnet erheblich durch.
3. Die Fenster müssen verkittet und angestrichen und repariert werden. Wegen besserer Beleuchtung der Klasse müssten sie z.T. auch geändert werden.
4. Neue Bänke sind noch nicht angeschafft.
Bemerkung: Da weder Verbandsvorsteher noch der Schulvorstand zur Revision erschienen waren, konnte mit ihnen nichts besprochen werden.

Auf Anmahnung berichtete der Schulvorstand am 15.3.1905 an die Kreisschulinspektion, dass das Dach der Schule vorläufig nicht repariert werden könne, da den Bauern das dazu erforderliche und anzuliefernde Stroh fehle. 1906 wurde auf Grund der immer noch vorhandenen Sitznot eine neue Bank für die Schule angeschafft.

Mit Schreiben v. 21.9.1906 ordnete die Abteilung für Kirchen- und Schulwesen bei der Regierung an, dass eine 2. Bank bis zum 1.7.1907 von der Schule beschafft werden muss. Der Schulvorstand beschloss, die Bank nicht anzuschaffen.

Die Regierung ordnete mit Schreiben vom 3.8.1907 an, dass die 2. Bank binnen 3 Wochen besorgt sein muss. Eine 2. neue Bank wurde in Kovahl nicht angeschafft. Auf Grund einer Revision des Jahres 10 ordnete die Regierung mit Schreiben v. 6.8.1910 an:
1. Außer Neuanschaffung einer neuen Bank müssen die vorhandenen Bänke umgeändert werden, da nach Gutachten des Schularztes diese viel zu schmal sind. Sie hängen stark nach vorn über, so dass die Kinder schlecht sitzen können und immer nach vorn abrutschen. Die Bänke sind so abzuändern, daß die Kinder wenigstens folgende Sitzfläche haben:
die Kleinen 25 cm Sitzfläche je Kind
die Mittleren 28 cm Sitzfläche und
die Großen 31 cm Sitzfläche.
2. Die Fenster sind umgehend zu machen.

Der Schulvorstand beschloss in seiner Sitzung am 18.8.1910:
1. An den Fenstern wird nichts gemacht, da der Klassenraum erst vor 27 Jahren neu gemacht wurde.
2. Neue Bänke werden nicht beschafft, da die alten noch gut sind.

Die Regierung schrieb am 29.9.1910 zurück:
Daß das Klassenzimmer erst vor 27 Jahren einmal gemacht worden ist, sei kein Grund, notwendige Reparaturen und Erneuerungen der Fenster abzulehnen, zumal die Gesamtkosten ja nur etwa 150 M betragen wurden. Bänke sind neu zu beschaffen, jedes Jahr 1 – 2 neue. Der Schulvorstand hat binnen 4 Wochen einen entsprechenden neuen Beschluss zu fassen.

Der Schulvorstand holte den Schularzt Dr. Kahle heran, um die Schule nochmals zu überprüfen. Dieser stellte nun vor Ort fest, daß die Fenster und die Beleuchtung im Klassenraum noch ausreichend seien. Der Kreisarzt verlangte aber unbedingt die Abänderung der Bänke dergestalt, dass
a) der Fuß der Bänke so gestaltet werden müsse, dass die starke Neigung nach vorn nicht mehr ist
b) die Sitzflächen so verbreitert werden, dass die
Kleinen 25 cm Sitzfläche haben, die
Mittleren 28 cm, und die
Großen 31 cm Sitzfläche.

Derzeit tuen den Kindern die Sitzknochen weh wegen der sehr geringen möglichen Sitzfläche auf den zu schmalen Brettern. Auf den Oberschenkeln könnten die Kinder nicht Mitsitzen wegen der Schmalheit der Sitzbretter. Besser wären neue Bänke. Auf Grund dieser Besichtigung fand eine erneute Schulvorstandssitzung am 14.11.1910 statt. Der Vorstand beschloss:
1. Keine Fenstererneuerung und Ausbesserung.
2. Die Sitzbretter werden vergrößert, ebenso die Entfernung zwischen Sitzbrett und Pult.
3. Die Regierung möge ihre Anordnung v. 24.9.1910 aufheben.

Schon am 12.12.1910 fand eine erneute Revision statt. Ergebnis:
1. Dachrinnen und Traufen fehlen an der Schule.
2. Die Fußböden sollten einmal gestrichen werden, zumindest mit staubbindendem Oel.
3. Die Bänke sind immer noch nicht geändert.
4. “In der Schule besteht die höchst widerliche Einrichtung eines Mädchen-Pissoirs.” Dies ist sofort abzuschaffen und für die Mädchen ist ein Abort zu bauen.
5. Der Brunnen hat nach wie vor schlechtes Wasser.
6. Es fehlt nach wie vor ein Trinkbecher für die Kinder.
7. Zwischen 1. und 2. Stunde fehlt die notwendige Pause.

In der Schulvorstandssitzung am 19.12.1910 beschloß der Schulvorstand, nun die Bänke ändern zu lassen, für die Mädchen einen Abort zu bauen und zwischen der ersten und zweiten Stunde eine Pause einzuführen. Der Schulvorstand ließ jetzt von Tischlermeister Johannsen, Nahrendorf, einen Kostenvoranschlag machen für Änderung der Bänke. Tischlermeister Johannsen berichtete am 21.1.1911 dem Vorstand, die Bänke müßten neu gemacht werden. Die alten seien so wurmstichig, daß man daran nichts mehr Ändern oder irgendetwas machen könne. Der Schulvorstand beschloß daraufhin am 10.5.1911, die Bänke doch nur ändern zu lassen, da sie noch gut wären. Sie sollten in den Sommerferien umgebaut werden. Auf Anmahnung berichtete der Schulvorstand am 7.8.1911 an die Regierung, daß der mit der Arbeit beauftragte Tischler Johannsen bisher nicht dazu gekommen wäre, die Bänke zu ändern. Er habe versichert, daß die Arbeiten nun in den Herbstferien ausgeführt wurden. Leider war in den Akten nicht zu finden, daß die Bänke jemals geändert wurden.

1914 meldete Lehrer Meyer, daß in der Schule 2 Schornsteine eingefallen sind und neu gemacht werden müssen. Die Eile der Baumaßnahme wurde vom Schulvorstand und der Schulaufsicht anerkannt. Maurermeister Pröhl, Nahrendorf, legte dazu am 12.2.1914 einen Kostenvoranschlag mit Plan der Bauaufsicht vor, die Angebotssumme betrug 1142,80 M. Das königl. Hochbauamt Lüneburg überprüfte daraufhin das Angebot und ordnete noch Verbesserungen zusätzlich an. Im Zuge der Maßnahme sollen folgende Verbesserungen für Schulstube und Lehrerwohnung gleich mit ausgeführt werden:
a) die Tür vom Flur zur Diele verkleinern zwecks Raumgewinnung für die Wohnstube,
b) die alte sehr schwache Dachkonstruction verbessern durch Dazwischenbringen von Sparren,
c) eine Bodenluken-Klappe neu einbauen,
d) 27 qm Wandfläche im Schulgang und an einer Seite des Schulzimmers neu verputzen,
e) Verputzen des Hühnerstalles und eine neue Decke im Hühnerstall,
f) ausbessern und weißen sämtlicher Räume im Wohnhaus,
g) den Schulboden aufräumen und das alte Gerümpel entfernen.

Dazu schrieb der königl. Baurat Schlobcke am 21.5.1914, das der Bau nur genehmigt würde und als notwendig anerkannt würde, wenn diese Arbeiten auch mit durchgeführt würden. Das Staatshochbauamt hält diese Verbesserungen für wichtiger als einen in die Baumaßnahme mit veranschlagten Herd für 180 M, Fliesen in der Küche für 60 M und einen Gartenzaun für 300 M, (bereits fertig!). Insgesamt wurde aber alles zusammen genehmigt.

Der Schulvorstand war erbost über dieses Schreiben und die Bauprüfung und schrieb am 15.6.1914 zurück: “Auf das Schreiben 28. Mai d. Jhr. N. A. 792. In dem Schreiben des Königl. Hochbauamtes ist die Ansicht ausgesprochen, die in den Prüfungsbemerkungen aufgeführten Arbeiten seien notwendiger als ein Herd für 180 M u. Fliesenbelag für 60 M u. Gartenzaun für rund 300 M. Wenn mit diesem Satz eine Kritik der dies bezügl. Beschlüsse des Schulvorst. beabsichtigt sein soll, so legt der Sch. v. Kovahl gegen eine derartige Kritik entschieden Verwahrung ein. Er ist nicht in der Lage, eine Belehrung über die Notwendigkeit seiner Beschlüsse vom Kgl. Hochbauamt entgegen zu nehmen. Wenn die Aufstellung eines ordentlichen brauchbaren Herdes u. die Wiederherstellung des sehr ausgedienten Gartenzaunes nicht sehr notwendig wäre, würde der Sch. V. sie nicht beschlossen haben.”

Der Vorstand ließ auf Grund der Prüfungsanordnungen einen 2. Kostenvoranschlag machen. Die Angebotssumme wl, so legt der Sch. v. Kovahl gegen eine derartige Kritik entschieden Verwahrung ein. Er ist nicht in der Lage, eine Belehrung über die Notwendigkeit seiner Beschlüsse vom Kgl. Hochbauamt entgegen zu nehmen. Wenn die Aufstellung eines ordentlichen brauchbaren Herdes u. die Wiederherstellung des sehr ausgedienten Gartenzaunes nicht sehr notwendig wäre, würde der Sch. V. sie nicht beschlossen haben.”

Der Vorstand ließ auf Grund der Prüfungsanordnungen einen 2. Kostenvoranschlag machen. Die Angebotssumme solange Sammatz zur Kirche Nahrendorf gehört. Aus der Bauzeichnung für den Umbau 1914 liegt der Grundriss des Schulgrundstückes vor, ebenso die Aufteilung der Lehrerwohnung mit den Wirtschaftsräumen der Schule. Siehe folgende Anlage:

Mit Lehrer Gustav Mayer, der am 1.10.1913 aus Bredenbock kommend, die Lehrerstelle in Kovahl übernahm, kam sichtlich Ruhe und Besserung der Schulverhältnisse. Er war von Anfang an aktiver als seine Vorgänger, eckte natürlich zunächst erst einmal mit den Hauswirten von Kovahl an. Wie aus dem vorher schon berichteten Einzelheiten ersichtlich, bewirtschafteten die Lehrer um die Jahrhundertwende immer weniger des Schullandes. Nach der Versetzung des Lehrers Röhrkasten verpachtete der Schulvorstand fast alles Land an die Kovahler Bauern. Lehrer Meyer faßte mit seinem Eintreffen das Schulland nacheinander wieder an. Als erstes begann er mit der Einrichtung des Schulvorgartens. Dieser Vorgarten war Schulland, wurde aber unter den Vorgängern von Lehrer Meyer von Hauswirt Täger bewirtschaftet. Täger gab den Vorgarten zunächst ab und er wurde bepflanzt und eingerichtet. Im Jahre 1917 bekam der Lehrer 1100 Mark Besoldung vom Staat und zusätzlich 82,50 Mark von dem Schulverband Kovahl. Nach einigen Jahren verlangte Täger jedoch den Garten zurück. Da man sich nicht einigen konnte, ging die Angelegenheit vor Gericht. Das Gericht entschied 1919: Das Land ist Gemeindeland, aber die Schule bekommt es in Erbpacht und bezahlt dafür 6 M Pacht jährlich an Täger. 1914 legte Lehrer Meyer den Schulgarten hinter den Ställen und Aborten als Gemüsegarten an. 1918 konnte Lehrer Meyer das Land der Schule aus der Pacht zurückbekommen, zuletzt an Hauswirt Tollschnibbe verpachtet. Er ließ den Busch im Acker roden und wirtschaftete wieder selbst. 1921 forstete er eine kleine Ecke nicht lohnenden Landes auf.

Am 9.3.1924 brannte gegen 12 Uhr die Kovahler Schule ab. Die Masse der Dorfbewohner und auch die Lehrerfamilie befanden sich noch auf dem Heimweg von der Kirche.

Das gesamte Schulinventar wurde in den Flammen vernichtet, der Privatbesitz des Lehrers konnte zu 2/3 noch gerettet werden. Die Schule insgesamt war so weit zerstört, daß nur ein völlig neuer Bau in Frage kam. Ab 18.3.1924 konnte der Unterricht im Tägerschen Backhause wieder aufgenommen werden. Bereits auf den 22.3.1924 ordnete die Regierung eine Gemeindeversammlung an, geladen waren alle Gemeinden, die zur Schule Kovahl gehörten. Den Vorsitz der Versammlung führte Oberregierungsrat v. Hindenburg, dazu waren noch 4 Regierungsräte und das Staatshochbauamt erschienen. Ferner der Schulrat, der Lehrer und Verbandsvorsteher Thiele, der Bürgermeister von Ventschau, der Bürgermeister Saucke von Kovahl, Vorsteher Reinecke von Moislingen, Vorsteher Schulz von Sammatz, Beigeordneter Schenk von Sammatz. Zur Debatte stand, ob die Schule Kovahl neu gebaut werden sollte oder der Schulverband Kovahl aufzulösen sei. Die unterschiedlichsten Standpunkte wurden vorgetragen: Kovahl wollte natürlich Wiederaufbau in Kovahl, Moislingen schloss sich dem an. Ventschau wollte Einschulung nach Tosterglope. Der Vorsteher von Sammatz wollte Neubau in Kovahl, der Beigeordnete von Sammatz wollte Einschulung nach Nahrendorf oder Neubau der Schule in Moislingen. Die Regierung lehnt die einzelnen Vorschläge mit folgenden Begründungen ab: Tosterglope fasse die Kinder nicht, es müsse dann auch dort neu gebaut werden. Außerdem wäre dorthin für alle der weiteste Weg und führe viel durch Wald. In Tosterglope müsse dann auch eine 2. Lehrerstelle eingerichtet werden. Bei Verlegung nach Nahrendorf brauchte man in Nahrendorf eine 3. Lehrerstelle, auch dorthin führe der Weg für die Kinder weitgehend durch Wald. Die Schule Pommoissel sei zu klein, auch dort müsse dann neu gebaut werden. Das Beste wäre ein Neubau in Kovahl. Es entstand Streit um die Kosten. Ventschau wollte nur einen Teil der Kosten übernehmen, die anteilig auf die Gemeinde zukommen und zu dem Teil beantragte Ventschau zugleich einen Zuschuss. Um zum Ziel zu kommen, erklärte sich die Gemeinde Kovahl bereit 1000 M des Ventschauer Anteils zu übernehmen. Sammatz brachte nochmals vor, daß es ja zum Kreis Dannenberg gehöre, die Regierung entschied aber, dass Sammatz so lange in Kovahl eingeschult bleibe, wie es zur Kirche Nahrendorf gehöre. Endgültiger Beschluss: Neubau der Schule in Kovahl.

Streit gab es auch um die Form der neuen Schule. Baurat Krause vom Staatshochbauamt wollte Bauweise im Niedersachsen-Stil, Baurat v. Steinwehr wollte einen 2-stöckigen Einheitsbau nach Muster Berlin. Die Regierung entschied sich für Niedersachsen -Stil. Am 16.6.1924 gab die Regierung die Genehmigung zum Neubau, am 14.7.1924 war Baubeginn. Am Bau waren folgende Firmen beteiligt:
Maurer- und Zimmererarbeiten Schröder, Nahrendorf
Tischler Arbeiten Meyer, Kovahl
Maler-Arbeiten Wethmüller, Wietzetze
Ofensetzer-Arbeiten Dietrich, Dahlenburg.

Am 30.8.1924 fand bereits das Richtfest statt und am 8.12.1924 wurde die Schule festlich eingeweiht. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf 19.854,15 M. Zusätzlich leisteten die Bewohner der Dörfer 3.178,32 M Hand- u. Spanndienste.

Außer dem Baudrittel von 4828,06 M bekam Kovahl einen Staatszuschuss von 2000 M, die Feuerversicherung bezahlte 6248,06 M, den Rest musste die Schulgemeinde anteilig aufbringen.

Die Schule war gerade fertig, da begannen die Beschwerden und Einspruche der Hauswirte und Einwohner.
1. Die Schule ist nicht groß genug (sie war größer als die alte).
2. Alles in der Schule ist zu eng.
3. Der Weg zum Abort ist zu weit.

Inwieweit auf die Klagen noch eingegangen worden ist, läßt sich aktenmäßig nicht feststellen. Die bei der Abnahme der Schule festgestellten Mängel wurden noch bis ins Jahr 1925 hinein beseitigt, auch die Malerarbeiten in der Schule wurden erst 1925 fertig. 1925 begannen auch wieder die Klagen der Hauswirte von Kovahl gegen die Schule: Die Bauern Buhlert und Tägder klagten wider die Schule auf Entfernung der Einzäunung um den Neubau, da das Gelände um die Schule ihnen als Weideland gehöre. Die Klage wurde abgewiesen, da diese Angelegenheit bereits 1919 entschieden war. Buhlert und Tägder klagten erneut mit der Behauptung, die Schule hätte den Zaun aber um 40 qm auf das ihnen nutzungsmäßig zustehende Gemeindeland vorgesetzt. Die Grenzen wurden vermessen, die Vermessung ergab, daß die Schule den Zaun noch einige Meter hätte weiter vorsetzen können. Das Eigentum der Schule an ihrem Schulland wurde bestätigt. Viel Glück scheint die Schulgemeinde Kovahl mit dem Schulneubau nicht gehabt zu haben.
1927 musste das Stallgebäude erneuert werden,
1928 erhielt der Stall einen neuen Anstrich, der Zaun um die Schule musste neu gestrichen werden.
1929 baute sich Lehrer Meyer auf eigene Kosten eine Garage, nachdem er sich 1927 als Erster im Dorf ein Auto zugelegt hatte.
1933 wurden alle Zimmer in der Wohnung tapeziert
1934 war in der Schule der Fußboden durchgefault. Eine Inspektion ergab folgende weiteren Feststellungen:
a) das Ständerwerk ist morsch
b) das Dach senkt sich wegen zu schwacher Konstruktion
c) die Klassendecke senkt sich
d) insgesamt sind die Balken zu kurz, zu wenig verstrebt, dadurch reißen die Wände.

Die Regierung ordnete an, dass sofort neue Träger einzuziehen seien, beide Giebel sind vorzusetzen und zu verlängern, bessere Verstrebung des Dachstuhls, neue Fußböden mit neuen Lagern. Die Regierung genehmigte zu diesen Maßnahmen 50 % Zuschuss!
1938 legte Lehrer Meyer an der Schule einen Badeteich in einer Grünanlage an. In diesem Jahr beging Lehrer Meyer sein 25-jähriges Dienstjubiläum als Lehrer, das in einer großen Feier im Dorf und in der Schule begangen wurde. Inzwischen war der Lehrer zu einer allseits hoch anerkannten Person geworden, er wurde auch als Beigeordneter in den Rat gewählt. Über diese Feier am 1.10.1938 liegt noch eine ausführliche Beschreibung mit genauem Ablauf des Festes In den Schulakten.

1939 wurde Lehrer Meyer als Oberleutnant einberufen. Er kehrte erst 1944 aus Gesundheitsgründen zurück. In dieser Zeit fand in Kovahl kein Unterricht statt. Die Kinder wurden verteilt auf
Tosterglope (Ventschau),
Pommoissel (Kovahl, Neestahl, Sammatz),
Nahrendorf (Nüdlitz).

Bei Kriegsende 1945 zogen in der Schule Kovahl die Amerikaner ein. Abgesehen davon, dass sie Scheibenschießen auf die Schultafel veranstalteten, waren die Schäden gering. Im Herbst 1945 konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden.

Durch die hohe Belegung der Dörfer durch Flüchtlinge stieg in den Jahren die Zahl der Schulkinder von 32 im Jahre 1939 bis 1945 auf 95 Kinder. Im Jahre 1946 waren 99, 1947 106. Die Regierung richtete deshalb ab 1.1.1948 eine 2. Lehrerstelle in Kovahl ein. 1948 kamen 112 Kinder zur Schule, 1949 123 Kinder. Nicht gelöst war damit die Raumfrage, sowohl für die Kinder wie für den 2. Lehrer.

Die Kinder wurden in dem einen Klassenraum im Schichtunterricht durchgeschleust, die Aborte reichten nicht aus. 1950 wurde deshalb beschleunigt mit dem Aus- und Umbau begonnen: Das Ostende der Schule wurde umgebaut, das Obergeschoß zu einer Lehrerwohnung ausgebaut. An der Hofseite erhielt der 2. Lehrer eine Küche. Die Schule bekam Wasserleitung und damit fließendes Wasser mit Dusch- und Baderäumen. Die Aborte wurden erweitert, für den zusammengefallenen Stall und Hühnerstall wurden neue gebaut. Der Hof wurde gepflastert. Ein 2. Klassenraum wurde gebaut. Die Gesamtkosten des Umbaues beliefen sich auf 24.000,00 DM, dazu erhielt die Gemeinde 8.000,00 DM Zuschuss von der Regierung.

Dem Umbau bzw. Neubau ging ein erbitterter Streit um die Finanzierung voraus, wahrscheinlich war ursprünglicher Initiator die pol. Gemeinde Kovahl, der es um die völlige Zugehörigkeit aller ihrer Ortsteile zu Kovahl ging, nicht nur politisch, sondern auch schulisch. Am 19.4.1949 stellte der Schulverband Kovahl den Antrag an den Landkreis, es sollten umgehend die Ortsteile Nüdlitz und Tangsehl die Schule Kovahl an die Schule “rückgegliedert” werden. Der Schulverband brauche zur Finanzierung der geplanten 2. Klasse dringend alle Gelder ihrer Ortsteile. Der Antrag wurde an 15.5.49 noch einmal vor der pol, Gemeinde wiederholt mit folgenden Argumenten:
1. Nüdlitz sei mit Verfügung v. 29.11.1928 an Nahrendorf angegliedert worden.
2. Tangsehl mit Vfg. vom 4.4.1908 an Pommoissel, beide Angliederungen ohne Begründung.
Die Gemeinde habe festgestellt, dass diese Angliederung an die Schulen Nahrendorf und Pommoissel nur erfolgt sei, um den Schwerkriegsbeschädigten Lehrer Meyer in seiner Arbeit zu entlasten. Die Gemeinde beantragte Aufhebung ihrer Mitgliedschaft in den Schulverbänden Nahrendorf und Pommoissel und Rückgliederung der beiden Dörfer in den Kovahler Schulverband. Es sei ein unhaltbarer Zustand, wenn Kovahl 14/19 der eingehenden Schulbeiträge an auswärtige Schulverbände abgeben müsse. Nur wenn die beiden Dörfer Kovahl wieder angegliedert würden, könne der Bau eines 2. Klassenzimmers finanziert werden, zumal Ventschau wie schon früher wegen Leistungsschwäche nicht zählen könne bzw. wolle. Für Kovahl sei es nicht möglich, den Neubau allein zu finanzieren.

Woher die Gemeinde Kovahl den Mut nahm, diese Dinge zu behaupten, ,läßt sich nicht nachvollziehen, denn
a) Nüdlitz und Tangsehl hatten nachweislich aller Kovahler Schulprotokolle seit 1711, also seit Schuleinrichtung, noch nie zur Schule Kovahl gehört. Tangsehl weist im Rezess der Verkoppelung Schulland aus für die Schule Pommoissel.
b) Die Feststellung, eine Ausgliederung der beiden Dörfer sei nur erfolgt, ums den Schwerkriegsbeschädigten Lehrer Meyer zu entlasten, dürfte jeder Grundlage entbehren, denn Lehrer Meyer nahm als Oblt. von 1939 – 1944 am Kriege aktiv teil, er dürfte also weder 1908 noch 1928 behindert gewesen sein.
c) Die Behauptung, 14/19 der Kovahler Schulbeiträge müssten an fremde Verbände abgeführt werden, war eine Falschmeldung, wie in den folgenden Gerichtsverfahren bewiesen wurde.
d) Kovahl bezahlte zu der Zeit ausweislich des Haushaltsplanes
226,45 DM an Schulverband Nahrendorf und
232,50 DM an Schulverband Pommoissel.

Kovahl selbst zog im 10-jährigen Durchschnitt 4460,88 DM für sich Schulbeiträge ein, gab also rechnerisch nur 10,96 % an fremde ab. Die pol. Gemeinde Kovahl kündigte ihre Mitgliedschaft in den Schulverbänden Nahrendorf und Pommoissel und zahlte ab sofort keine Beiträge mehr; in schulischen Sachen eingehender Schriftwechsel der anderen Schuldverbände wurde vom Schulverband Kovahl zurückgewiesen, das ginge allein die pol. Gemeinde Kovahl an; bei der Gemeinde einlaufender Schriftverkehr ging zurück, das ginge nur den Schulverband Kovahl etwas an.

Die Jahre 1948 – 1953 wurden schwierig. Kovahl wollte kein Gastschulgeld mehr bezahlen, verlangte aber durch die Zugehörigkeit von Siedlung Nüdlitz zu Nahrendorf volles Mitsprache- und Beschlussrecht in allen Nahrendorfer Angelegenheiten. Bgm. Schulz erschien zu allen Sitzungen und ordnete in Nahrendorf an, was ihm nicht passte, verbot er. Er wandte sich vor allem gegen den luxuriösen Extra-Raum für hauswirtschaftlichen Unterricht. So verbot er auch die Einweihung der neuen Schule in Nahrendorf. Der Schulvorstand richte sich jedoch nicht danach.

Der Lüneburger Kreistag beschloss am 22.8.1949:
1. Die Ortsteile Nüdlitz und Tangsehl werden aus den Schalverbänden Nahrendorf und Pommoissel herausgelöst und dem Schulverband Kovahl angegliedert.
2. Die Kinder vom Ausbau Nüdlitz gehen weiter zur Schule Nahrendorf, dorthin ist von Kovahl Gastschulgeld zu bezahlen.
Begründung für die Änderung der Schulbezirke:
Es ist ein untragbarer Zustand, dass eine Gemeinde 3 Schulverbänden angehört und an fremde Verbände 14/19 der eigenen Schulbeiträge als Zuschüsse dort abgeben muss. Außerdem sei der Weg für die Kinder von Nüdlitz nach Kovahl näher als nach Nahrendorf, der Weg der Tangsehler Kinder nach Kovahl nicht nennenswert länger als nach Pommoissel. Die Schulverbände Nahrendorf und Pommoissel legten fristgemäß Beschwerde gegen diesen Entscheid beim Regierungspräsidenten Lüneburg ein.

Die Regierung entschied an 14.6.1950:
Die Beschwerde wird zurückgewiesen.
Für die Kinder aus Tangsehl, die nach dem Willen ihrer Eltern weiter die Schule in Pommoissel besuchen sollen, ist von Kovahl an Pommoissel das halbe Gastschulgeld zu zahlen.
Für die Kinder der Siedlung (Ausbau) Nüdlitz, die weiter nach Nahrendorf eingeschult bleiben wegen des kürzeren Weges dorthin, ist an Nahrendorf das volle Gastschulgeld zu zahlen. Die Kinder des Gutes Nüdlitz gehen nach Kovahl zur Schule.

Der Schulverband Nahrendorf erhob Anfechtungsklage gegen diesen Bescheid der Regierung beim Landesverwaltungsgericht Braunschweig, das sie der Kammer Lüneburg zuwies. Am 21.7.1950. Der Schulverband Pommoissel akzeptierte den Bescheid, Pommoissel ging auch auf die umgehend folgende Forderung von Kovahl ein, das in der Flur Tangsehl liegende Schulland an Kovahl zu übergeben. Ebenfalls auf die Forderung Kovahls auf Auszahlung der anteiligen Vermögenswerte aus der Schule Pommoissel, entsprechend der bisher gezahlten Schulbeiträge. In der Klage führte Nahrendorf an: Die Vfg. des RP sei ohne Begründung des Bescheides erfolgt, also fehlerhaft. Die Angabe von Kovahl, 14/19 seiner Schulbeiträge an andere Verbände abführen zu müssen sei falsch, es seien 14/49. Wenn die Kinder aus Nüdlitz weiter zur Nahrendorfer Schule, wenn auch Gastweise, gehen sollten, habe sich doch gar nichts geändert.

Der RP führte aus:

Die Begründung eines Beschwerdebescheides sei nicht erforderlich, da er sich auf den Beschluss des Kreistages beziehe. Kovahl sei durch die Zugehörigkeit zu 3 Schulverbänden außerordentlich belastet, müsse 14/19 seiner Schulbeiträge an die anderen Verbände abführen, habe also nur 5/19 für die eigene Schule. Das Verwaltungsgericht urteilte am 20.2.1951: Die Klage wird abgewiesen. Begründung: Kovahl müsse 14/19 seiner Schulbeiträge abführen und sei dadurch so stark belastet, dass es in der Durchführung der eigenen Schulaufgaben gefährdet sei. Wenn der Kläger (Nahrendorf) behaupte, dass Kovahl nur 14/49 abführen müsse, so sei das unbewiesen. Aus den Akten der Kreisverwaltung ergebe sich einwandfrei, dass 14/19 abzuführen seien und Kovahl selbst nur 5/19 zur Verfügung ständen. Durch die Regelung mit dem Gastschulgeld und das Eingehen auf die Wünsche der Eltern, wo die Kinder zur Schule gehen sollten, sei allen Interessen Rechnung getragen worden.

Der Schulverband Nahrendorf legte fristgemäß Berufung beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg ein. Er trug dazu vor:
1. zu den örtlichen Verhältnissen:
Nüdlitz liegt mit dem Ausbau an der Ortsgrenze Nahrendorf. Dieser ist mit dem Dorf mit einer festen Straße verbunden, ebenso das Gut. Die Behauptung von Kovahl ist falsch, dass auf dem Gut für 4 Familien ein neues Haus gebaut werden soll. Im Gegenteil, nach Aussage der Eigentümerin werden aus dem Gut 4 Familien in einen Neubau im Ausbau ziehen. Ein dazu erforderlicher Erbbauvertrag ist bereits abgeschlossen. Nach dem Willen der Eltern werden die Kinder von Nüdlitz weiter nach Nahrendorf zur Schule gehen, denn der Weg von Nüdlitz nach Kovahl ist ein im Winter und bei nassem Wetter für die Kinder unpassierbarer Feldweg und erheblich weiter. Es ist falsch, wenn Kovahl behauptet, Nüdlitz hätte früher immer zu Kovahl gehört. Ausweislich der ersten Seite der Nahrendorfer Schulchronik und damit seit Bestehen der Schule Nahrendorf gehörte Nüdlitz zu den Mitgliedern des Nahrendorfer Schulverbandes, von einer “Rückgliederung” kann deshalb keine Rede sein. 2. die finanziellen Gegebenheiten:
Nahrendorf hatte bisher eine 2-klassige Schule. Durch die hohe Kinderzahl von über 240 Kindern waren 5 Klassen erforderlich. Entsprechend groß mußte der Nahrendorfer Neubau sein. Gemäß Protokoll von 17.5.49 hat der Vertreter von Kovahl beim Beschluss zum Neubau nicht dagegen gestimmt. Nahrendorfer Schulchronik und damit seit Bestehen der Schule Nahrendorf gehörte Nüdlitz zu den Mitgliedern des Nahrendorfer Schulverbandes, von einer “Rückgliederung” kann deshalb keine Rede sein. 2. die finanziellen Gegebenheiten:
Nahrendorf hatte bisher eine 2-klassige Schule. Durch die hohe Kinderzahl von über 240 Kindern waren 5 Klassen erforderlich. Entsprechend groß musste der Nahrendorfer Neubau sein. Gemäß Protokoll von 17.5.49 hat der Vertreter von Kovahl beim Beschluss zum Neubau nicht dagegen gestimmt. iedriger liegen. Kovahl hebt 165 %, die Gemeinden Nahrendorf, Oldendorf und Mücklingen heben zwischen 250 und 200 %. Der ungewöhnlich niedrige Steuersatz von Kovahl beweist, das die Lasten nicht hoch sein können. Die Behauptung von Kovahl, der Flüchtlingsstrom habe Kovahl besonders benachteiligt, ist unrichtig. Es will Nüdlitz und Tangsehl dazu haben und muss dann eine 2. Klasse bauen. Nahrendorf muss trotzdem 5 Klassen bauen. Schulverband und Gemeinde Kovahl wurden zur Rechtslage nochmals zur Stellungnahme aufgefordert und gaben an: Die unrichtige Zahl 14/19 beruhe auf einem Schreib- oder Tipfehler des Landkreises, die Gemeinde habe immer die richtige Zahl 14/49 angegeben (Bem: leider steht auf dem Durchschlag des Gemeindeschreibens an den Landreis auch 14/19, die Zahl wurde nachträglich mit Hand berichtigt). Der Landkreis sei bei seiner Beschlussfassung aber immer von der richtigen Zahl 14/49 ausgegangen. Auch diese Finanzmasse sei aber für die Gemeinde viel zu niedrig. Es sei unzumutbar, 3 Schulverbänden angehören zu müssen. Die Schwierigkeiten erhöhten sich noch dadurch, dass zur Kovahler Schule auch die Gemeinde Sammatz aus dem Nachbarkreis Dannenberg gehöre. Es gibt keine Siedlung Nüdlitz, sondern nur den Ausbau Nüdlitz mit 2 Häusern. Es ist auch falsch, dass Nüdlitz näher an Nahrendorf liegt als nach Kovahl. Zwar hat das Gut Nüdlitz z. Zt. keine Kinder, es werden dort aber 8 Familien wohnen mit voraussichtlich 12 Kindern. Dazu wird gebaut. Im Ausbau Nüdlitz werden in kurzer Zeit schon keine Kinder mehr sein. Es stimmt auch nicht, dass der Ausbau vergrößert werden soll, im Gegenteil, die Wohnungen auf dem Gut werden vermehrt. Kovahl muss auf Grund der Kinderzahl eine 2. Klasse haben, das geht nur zu finanzieren, wenn Nüdlitz dazukommt. Wenn Nahrendorf durch den großzügigen Schulneubau statt der geplanten 55.000 DM inzwischen auf das Doppelte der Kosten kommt, kann es nicht erwarten, dass es seinen Schulneubau auf Kosten von Kovahl finanziert. Dieser großzügige Neubau ist gegen den Widerspruch von Kovahl erfolgt! Die weitgehend schlechteren Verhältnisse in Kovahl werden noch dadurch verstärkt, dass Ventschau zur Zahlung ausfällt. Die Gemeinde Kovahl kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden, dass Nahrendorf einen so kostspieligen Schulneubau begonnen hat. Die Aussage von Nahrendorf ist falsch, dass Kovahl finanziell günstiger steht, denn es brauche nicht so hohe Steuersätze heben. Das ist zwar richtig, kann sich aber schnell ändern.

Die Regierung nahm mit dem 12.4.52 wie folgst Stellung:
1. Formell ist nichts hinzuzufügen. In diesem Fall bedürfen Entscheide keiner Begründung.
2. Zur Rechtslage:
Die falsche Zahl 14/19 ist infolge eines Schreibfehlers im Bescheid von 1949 aufgetreten. Es war unterblieben, den zu den Akten genommenen Durchschlag zu berichtigen, so dass er in den weiteren Vorgängen übernommen wurde. Kovahl hatte in seinem ersten Schreiben die richtige Zahl 14/49 genannt. Der Landkreis ist trotzdem von richtigen Voraussetzungen ausgegangen. Kovahl kann seinen 2. Klassenraum nur bauen, wenn die Gelder, die es an andere Verbände zahlen muss, fortfallen. Die Zugehörigkeit von Kovahl zu 3 Verbänden ist zwar zulässig, aber untragbar. Es wird zugegeben, dass im Gut Nüdlitz z. Zt. keine Kinder sind, im Ausbau ja, es kann sich aber bald umkehren. Nahrendorf hat großzügig gebaut und sichtlich geht der Streit im Wesentlichen um die von Kovahl zu zahlenden Zuschüsse. Nahrendorf wird durch das angeordnete Gastschulgeld ausreichend entschädigt. Finanziell ist der Schulverband Kovahl identisch mit der Gemeinde Kovahl, die die Lasten von 24.000 DM für den 2. Klassenraum letzten Endes zu tragen hat, nachdem Ventschau zur Finanzierung ausfällt und Sammatz wenig dazu beitragen kann. Der Landkreis hatte zu seiner Entscheidung nicht 14/19, sondern 14/49 zugrunde gelegt und deshalb die Änderung der Schulverbände beschlossen.

Am 21.10.1952 verkündete das Oberverwaltungsgericht Lüneburg folgendes Urteil:
1. Das Urteil des Landesverwaltungsgerichts Braunschweig – Kammer Lüneburg – wird aufgehoben (Urteil v. 20.2.51), ebenso der Beschwerdebescheid der Regierung v. 14.6.50. Die Sache wird an das Landesverwaltungsgericht Braunschweig – Kammer Lüneburg – zurückverwiesen.
2. Der Beklagte trägt die Hälfte der Kosten. Im Übrigen bleibt die Kostenverteilung des Schlussurteils vorbehalten.
3. Die Revision wird nicht zugelassen.
Begründung:
Die Beklagte (Regierung Lüneburg) hat ihren Entscheid nicht begründet, nach den Gesetzen sind sowohl Einspruchs- wie Beschwerde-Bescheide zu begründen. So wie durchgeführt, liegt ein schwerwiegender Mangel vor, der zur Aufhebung des Beschwerdebescheides führen muss. Das Verwaltungsgericht ist in seinem Urteil von 14/19 ausgegangen. In seiner Berufung musste zugegeben werden, daß das falsch ist. Es hat versäumt, den richtigen Sachverhalt zu prüfen. Auch die Verwaltungsbehörden müssen den angefochtenen Verwaltungsakt vollständig nachprüfen und erforschen. Die Beklagte hat also die Interessen beider Schulverbände nicht vollständig berücksichtigen können. Durch die Aufhebung des Beschwerdebescheides ist im Rechtsmittelweg noch keine Entscheidung gefallen, die sachliche Prüfung muss deshalb im Verwaltungsverfahren noch erfolgen. “Damit ist nicht gesagt, dass die Klage auf alle Fälle aussichtsreich ist. Soviel kann aber schon gesagt werden, dass die Erwägungen des Landesverwaltungsgerichts darüber, in welchem Umfang das Vw. Gericht eine Ermessenentscheidung nachprüfen kann, eine erhebliche Bedeutung beizumessen ist. Der Senat ist in eine Sachprüfung nicht eingetreten. Die Beklagte … wird einen begründeten Beschwerdebescheid abgeben müssen.”

Danach war also alles wieder offen. Es ist in den Akten nicht mehr festzustellen, wer zuerst kalte Füße bekam. Der entscheidende Punkt war wohl, daß das Oberverwaltungsgericht bestimmt hatte, dass die Verwaltungsstellen die von den Parteien gemachten Angaben nicht einfach übernehmen, sondern auf Richtigkeit überprüfen müssen. Jedenfalls wurde am 21.8.1953 vor dem Landesverwaltungsgericht – Kammer Lüneburg – folgender Vergleich geschlossen:
1. Der Schulverband Nahrendorf verzichtet unwiderruflich auf sein Recht, seine Klage weiter zu verfolgen.
2. Der Beschluss des Kreistages vom 22.8.49 wird rechtswirksam, jedoch erst am 1.1.1953.
3. Gemeinde und Schulverband Kovahl sind einverstanden, daß ab 1.1.53 Gastschulgeld an den Schulverband Nahrendorf zu zahlen ist, daß den Aufwendungen von Nahrendorf entspricht. Berechnung: Umlage geteilt durch Gesamtkinderzahl x Kinderzahl Ausbau Nüdlitz.
4. Die Gemeinde Kovahl wird mit 500 DM aus dem Vermögen des Schulverbandes Nahrendorf abgefunden. Der Kläger hat mit Zustimmung v. 22.7.53 1/3 der Kosten übernommen, der Beklagt mit Zustimmung v. 7.8.53 2/3 der Kosten. Die Verbände Kovahl und Nahrendorf einigten sich untereinander, dass jeder 1/6 der Kosten übernimmt. Damit war dieser lange Rechtsstreit ausgetragen. Für Kovahl hatte es die unmittelbare Auswirkung, dass es statt 226,45 DM Schulbeitrag vor dem Verfahren (1950) nunmehr 596,39 DM Gastschulgeld an den Schulverband Nahrendorf zahlen musste (1953). Die Kinder von Nüdlitz gingen geschlossen weiter nach Nahrendorf.

Kovahl verbesserte seine Schule 1961 noch dadurch, dass auch die 2. Lehrerwohnung noch eine Dusche erhielt. Die Zahl der Schulkinder in Kovahl war bis dahin bereits auf 57 Kinder gesungen, 1963 waren es nur noch 51 Kinder. Zu Ostern 1964 wurde deshalb die 2. Lehrerstelle wieder abgebaut, die 2. Lehrkraft am 15.5.1964 nach Reinstorf versetzt.

Am 31.3.1965 trat der 1. Lehrer Bruno Krämer in den Ruhestand. Er unterrichtete aber freiwillig weiter mit Anstellungsvertrag. In der Schule waren noch 28 Kinder.

In 1965 begann die von der Landesregierung vorgesehene Schulreform ihre Auswirkungen auf die Schule zu zeigen. Es ging um die Einrichtung von Mittelpunktschulen, einmal für die Oberklassen 5 – 9, die hier nach Dahlenburg kommen sollten, zum anderen um die Einrichtung von Grundmittelpunktschulen. Hierzu Auszüge aus den Protokollbüchern: 12.12.1965 Gemeinsame Sitzung von Schulrat, Bürgermeistern und allen Lehrkräften. Die Oberstufen sollen nach Planung des Landkreises ab Ostern 1966 zur Mittelpunktschule nach Dahlenburg. Die Unterklassen sollen zur Schule in Nahrendorf. Der Schulrat erläuterte, es gebe selten eine so gute Lösung, wie Nahrendorf mit 4 Lehrerwohnungen, 4 Klassen, Turnhalle, Lehrerzimmer, Lehrmittelzimmer, Hausarbeits- und Handarbeitsklasse. Die Gemeinden sollen bis 15.1.1966 melden, ob sie sich wie vorgesehen, Nahrendorf anschließen.

22.2.1966 Gemeinsame Sitzung Schulverband Nahrendorf mit Zweckverbänden Kovahl und Pommoissel. Gem Vfg. Landkreis kommen die Oberklassen aller 3 Verbände ab Ostern 1966 endgültig nach Dahlenburg, das Gastschulgeld beträgt pro Kind 60 DM. Abholen der Kinder mit Bus. Pommoissel hatte der Grundmittelpunktschule Nahrendorf zugestimmt. Kovahl hatte dies abgelehnt, da die von Kovahl geforderten und unbedingt zu verlangenden Bedingungen nicht erfüllt wären:
1. geeignete Lehrkräfte, die wären in Nahrendorf nicht vorhanden
2. 4 Klassenräume
3. Anfahrt mit Bus.

Kovahl hatte von 1948 – 1953 auf allen Ebenen gegen den luxuriösen Ausbau der Schule Nahrendorf geklagt. Jetzt plötzlich war die Schule für Kovahler Kinder nicht gut genug ausgebaut. Es waren 4 Kassenräume und ein Hauswirtschafts-Unterrichts-Klassenraum vorhanden. Nahrendorf war auf dem neuesten Stand. Kovahl wurde gesagt:
zu 1: Der von Kovahl so gerühmte eigene Lehrer Krämer käme mit
nach Nahrendorf und würde dort weiter unterrichten. zu 2: In Nahrendorf sind 4 Klassen vorhanden.
zu 3: Die Busfahrten sei geregelt, Unternehmer Oswald von Pommoissel hole alle Kinder in Kovahl ab.
Der Zweckverband Kovahl erklärte und blieb auch dabei, das alles treffe nicht zu.
Der Nahrendorfer Vorstand erklärte, Kovahl habe wohl andere Gründe. Auf jeden Fall müsse eine einheitliche Regelung im Verband gelten.

19.4.1967 Die Regierung unterrichtete Kovahl, dass Kovahl aufgelöst werde und die Kinder müssten in Nahrendorf zur Schule. Kovahl wolle zwar zur Schule nach Neu-Darchau, aber eine Schule werde dort nicht gebaut.
21.4.1967 Gemeinsame Sitzung Nahrendorf mit Kovahl. Grundlage: das Verlangen von Kovahl nach Neu-Darchau: Kovahl brachte vor, die Schule in Neu-Darchau werde doch gebaut, sie wäre schon im Juli fertig. Kovahl wolle dorthin.
30.6.1967 Am 30.6. wurde die Kovahler Schule geschlossen: Lehrer Krämer ging mit nach Nahrendorf zum Unterricht und wurde dort Vertragslehrer.
21.7.1967 Gemeinsame Sitzung Nahrendorf mit Kovahl:
Kovahl stimmte jetzt der Einschulung in Nahrendorf zu.
Kovahl konnte wählen zwischen
a) Aufschlüsselung der Schulkosten zu 50 % über Kinderzahl und 50 % über Steuerkraftmesszahl,
b) Gastschulgeld von 100 DM. Kovahl entschied sich für Gastschulgeld.
Zu Busabholen: Die Fahrt vom alten Schulort nach Nahrendorf bezahlt Nahrendorf, das Abholen von den einzelnen Dörfern bis Kovahl bezahlt Kovahl direkt an den Busunternehmer.

Kovahl verlangte bei allen Zweckverbandssitzungen voll beteiligt zu werden mit vollem Stimmrecht.

Der Zweckverband Nahrendorf beschloss, dies zu tun, Kovahl wurde damit “Gastgemeinde mit vollem Stimmrecht”.

25.2.1969 Gemeinsame Sitzung mit Landkreis, Referent Herr Harneit: Herr Harneit gab bekannt, dass nach dem Schulplan der Regierung in unserem Bereich nur drei Hauptschulen bestehen bleiben: Hitzacker, Bleckede, Dahlenburg. Für die Klassen 1 – 4 bleiben drei Grundmittelpunktschulen: Nahrendorf, Barskamp, Alt-Garge. Neu-Darchau würde nicht genehmigt und auch niemand dort zugeteilt. Die alten Schulgemeinden hätten nur zwei Möglichkeiten: a) Vollmitgliedschaft in einem großen Zweckverband, dem Schulstandort entsprechend, oder b) vertragliche Bindung in dem Sinne, daß sich die Gastgemeinden nach dem üblichen Verrechnungsschlüssel an den Sachkonten einschl. Zinsen beteiligen. Die bisher von Nahrendorf geübte Praxis von “Gastgemeinden mit vollem Stimmrecht” sei rechtlich nicht zulässig und unwirksam. In Zukunft gäbe der Landkreis nur noch Zuschüsse, wenn die Verbände in der Form organisiert seien. Eine Entscheidung müsse dem Landkreis bis zum 15.3.1969 vorliegen. In der anschließenden Aussprache gab Kovahl bekannt, dass es nicht daran denke, Mitglied in Nahrendorf zu werden, es wolle auf alle Fälle bestehen bleiben. Es wollte weiter nur Gastschulgeld bezahlen, aber auch nicht mehr 130 DM wie bisher, sondern nur 90 DM je Kind, mehr brauchte es in Neu-Darchau nicht zu bezahlen. Sollte Nahrendorf das nicht genehmigen, gingen sie nach Neu-Darchau.

Der Landkreis teilte Kovahl mit, dazu gebe es auf keinen Fall eine Genehmigung, auf Grund eines Abkommens zwischen den Landkreisen. Kovahl blieb bei seinem Standpunkt. Im April teilte Kovahl mit, dass es unverändert darauf beharre, nicht Mitglied in Nahrendorf zu werden. Es wolle selbständig bleiben. Sie zahlten auch nur Gastschulgeld wie in Neu-Darchau in Höhe von 90 DM je Kind, bei Ablehnung gingen sie dorthin.

13.3.1970 Verbandsvorsteher Genzel musste bekannt geben, dass jetzt Bestrebungen bestehen, die Schule Nahrendorf aufzulösen.

24.2.1974 Verbandsvorsteher Genzel musste die Vfg. des Landkreises bekannt geben: Innerhalb einer pol. Gemeinde können nicht mehrere Zweckverbände für ein gleichartiges Aufgabengebiet bestehen bleiben. D. h., dass der Schulzweckverband Nahrendorf und auch Kovahl seine Daseinsberechtigung verloren habe. Er ist aufzulösen. Da die Zweckverbände von Kovahl und auch Pommoissel die Gründung eines gemeinsamen großen Zweckverbandes Nahrendorf abgelehnt hätten, kommt die Schule Nahrendorf jetzt zur Samtgemeinde Dahlenburg. Die Grundmittelpunktschule Nahrendorf ist aufgelöst.

Das war das offizielle Ende sowohl von Nahrendorf wie Kovahl und auch Pommoissel als Zweckverbände.

Alle diese Angaben stammen aus den Schulchroniken von Nahrendorf und Kovahl und außerdem aus den Protokollbüchern beider Schulzweckverbände. Sie sind also voll belegt.

Nach dem Aufhören des Unterrichts in Kovahl schloss sich in den nächsten Jahren auch die finanzielle Auflösung des Schulzweckverbandes Kovahl an. Am 27.8.1968 wurde das Schulgebäude für 60.000 DM an Privat verkauft, am 23.4.1969 das noch vorhandene Schulland. Kinderzahl der Schule Kovahl Aus den ersten Jahren der Kovahler Schule liegen keine statistischen Erfassungen der Schulkinder vor. Die erfassten Zahlen stammen aus Einzelmeldungen mit unterschiedlichstem Anlass. Statistische Meldungen mussten erst ab 1873 gemacht werden, die aber auch nicht mehr lückenlos vorliegen.

Im Durchschnitt der Jahre 1767 – 1769 gingen 30 Kinder zur Winterschule, 24 Kinder zur Sommerschule.

1803 35 Kinder in der Winterschule, 30 Kinder in der Sommerschule
1846 43 Kinder
1847 45
1848 48
1849 46
1850 50
1865 49
1866 49
1867 54
1873 54 in Winterschule, 50 in Sommerschule
1874 49
1878 49
1883 75
1884 80
1901 61

Die Lehrer in Kovahl
1711-1743 Johann Peter Steinke
1743-1748 Jürgen Stenecke
1748-1750 Johann Christoph Schulz + 11.7.1750
1750 folgt noch kurzfristig Friedrich Steinfeld
1751 ebenfalls kurzfristig noch der Lehrer Nordenbruch
1751-1784 Hans Friederich Främcke + 16.10.1784
1785-3.2.1803 Johann Friedrich Bierdemann
1803-1806 Friedrich Theodor Hasse
1806-1809 Justus Friedrich Tolle aus Bevensen, wird 1809 Organist in Nahrendorf
1809-1825 Franz Christoph Jeve
1825-1826(Michaelis) Lehrer Kulitz, nebenbei Tischler und Drechsler
1826 (Michaelis)- + 18.12.1830 (39 Jahre) August Peter Matthias Jachner, im Nebenberuf Schneider
1830-1831 folgen in raschem Wechsel
Lehrer Jastram
Jeffens (Jeffert)
Köhler (Kähler)
Hogrefe
1831-1834 Johann Hinrich Ehrhorn
1834-27.9.1879 + Jürgen Heinrich-Nicolaus Eggers (69 J.)
20.10.1679-Praeparand Hermann Behnecke
4.3.1880 Gustav Friedrich Otto Schönfeldt
6.4.1883 Willy Friedrich Conrad Louis Röhrkasten, dieser wird am 1.11.1901 als 2. Lehrer nach Westercelle versetzt
1.12.1901 folgt Lehrer Hermann Christoph Bischoff, der am 16.5.1903 nach Gödenstorf versetzt wird
ihm folgt Lehrer Freer
4.8.1904 wird Heinrich Friedrich Wilhelm Wismer Lehrer, bis er am 1.10.1909 nach Drennhausen versetzt wird.
7.12.1909 kommt Heinrich Wilhelm Oetzmann
24.5.1911 wird Albert Gübert Lehrer, bis er am 1.10.1913 aus dem Schuldienst entlassen wird.
1.10.1913-30.4.1948 + Gustav Meyer (kam aus Bredenbock) 59 Jahre
20.5.1948-30.8.1948 kommissarisch Bruno Krämer, ab
1.9.1948-31.3.1965 hauptberuflich.

Vom 1.4.1965 wegen Erreichung des Ruhestandes als Vertragslehrer in Kovahl bis zur Auflösung der Schule am 30.6.1967.

Ab 1.1.1948 wird in Kovahl eine 2. Leherstelle eingerichtet.
1.1.48-Ostern 1954 Heidrich
Ostern 1954-10.1.1955 Marianne Petereit
10.1.1955-Ostern 1956 Ursula Hauser
Ostern 1956-15.5.1964 Elisabeth Kummer