VfL. Tosterglope

 

S.V. Ventschau- Tosterglope

Der VfL Tosterglope ist wahrscheinlich nach dem ersten Weltkrieg ca. 1928 gegründet worden. (Genaue Daten sind bislang noch nicht entdeckt worden). Die Vereinsfarben waren Blau-Weiß, mit schwarzen Hosen. Ob außer Fußball es noch andere Sparten gegeben hat, ist ebenso Unbekannt. Da es in Tosterglope keine Sporthalle oder für den Leichtathletiksport geeignete Plätze gegeben hat, wird im Verein nur Fußball die Sportsparte gewesen sein. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges 1939 ruhte der Betrieb bis ca. 1946 und zwar mit einer 1. Herrenmannschaft, die in der untersten Kreisklasse spielte. Der seinerzeitigen Vorsitzende Herr Gröne, war auch Sportwart und Trainer in einer Person.

Ca. 1948 übernahm Herr Heinz Himmel den Posten des Sportwartes, und spielte selbst in der 1. Mannschaft, wechselweise als Torwart oder Mittelstürmer. Herr Himmel leitete den Verein einige Zeit kommissarisch (Vorsitzender nicht bekannt). Er baute den Verein auf: Es gab in diesen Jahren zwei Herrenmannschaften und eine Jugendmannschaft). Das Vereinslokal war von 1946 bis um 1954 das Gasthaus, Lindenhof, an der Neuhauser Heerstrasse (Eigentümer Wilhelm Wenk sen.). Die Pächter hießen Franz Lüttringhaus und Martha Lüttringhaus geb. Wenk (heute Wohnhaus der Landwirts Wilhelm Wenk jun.).

Da der alte Sportplatz, der sich in der Wiese des Landwirtes W. Tiedemann (Besitzer heute Jürgen Schoop) an der Neuhauser Heerstrasse befand nicht mehr genutzt werden konnte, baute der Verein mit Hilfe der Bevölkerung einen neuen Sportplatz. Dieser entstand in einem Waldstück neben dem Weg zu den Fischteichen (heute, „In den Gründen“). Die damaligen Besitzer Heinrich Tiedemann und Wilhelm Saucke stellten diesen als Pachtgrundstück zur Verfügung. (Die Gemeinde Tosterglope bezahlt noch heute das Pachtgeld). Zu damaliger Zeit hatte der Sportverein einen ganz anderen Stellenwert als heute. Es gab im Privatleben sehr wenige Autos, keine Fernseher oder andere Vergnügungen. Somit waren bei Pokaltunieren, an denen von Vormittag bis in die Abendstunden, oft unter Beteiligungen von 6-8 Vereinen gespielt wurde stets Zuschauer aus allen benachbarten Dörfern auf dem Sportplatz anzutreffen.

Nach der Währungsreform 1949 blühte der Verein richtig auf, und die Bedingungen wurden auch besser, denn während die Spieler vorher zu den Auswärtsspielen mit Traktor und Anhänger (auch im Winter), auf Strohballen sitzend fahren mussten, reisten die Spieler mit Fans dann mit dem Bus.

In den 50ziger Jahren unternahm der Verein eine Mehrtagesfahrt mit Familie in das Rheinland, um mit einem dortigen Sportverein ein Turnier zu spielen. Unterbringung in Privatunterkünften und ein Sportlerball wurden organisiert. Ein Abstecher in die damalige Bundeshauptstadt Bonn rundete die Fahrt ab. Um diese Fahrt zu bezahlen, verkaufte der Verein an der Kinokasse im Gasthaus Hachmeister Wertmarken an jedem der Mitfahren wollte. Der VfL war in der Region wohl der einzige Verein der dieses auf die Beine gestellt hat. Weitere Ausflüge startete der Verein noch in den folgenden Jahren, wie zu einem Freundschaftsspiel in Stelle bei Winsen/Luhe.

Nach der Rückkehr des Gastwirtes Albert Hachmeister aus der Gefangenschaft, verlegte der Verein sein Vereinslokal in sein Gasthaus an der Barskamper Strasse. Es fand nach Pokaltunieren stets ein Sportlerball statt und im Winter der berühmte Kameradschaftsabend mit Essen und Trinken satt. Gastwirt Albert Hachmeister übernahm dann auch den Vorsitz des Vereines, die Leitung blieb aber in den Händen von Heinz Himmel, der ab 1955 in Hamburg wohnte und als Kaufmann tätig war.

Anfang der 50ziger Jahren fusionierte der VfL mit den SK Ventschau von 1928, der finanzielle Probleme hatte, aber eine Klasse höher spielte als der Tostergloper Verein. (Der Verein lebte 1948 wieder neu). Vereinsfarben waren Gelb-Schwarz. Bei den Fusionsverhandlungen ging es hoch her, da die Ventschauer Spieler in ihrem Vereinslokal in Ventschau beim Gastwirt Hans Bluhm (heute Hotel Hans Heil) bleiben wollten. Der Verein nannte sich von da an „S.V. Ventschau- Tosterglope“. Der Verein behielt die Farben Gelb-Schwarz auf ihren Trikots. Nach dem Zusammenschluss ging es mit dem Verein weiter bergauf, so das auch mit Vereinen der ehemaligen DDR Kontakte geknüpft wurden. Es kam zu Freundschaftsspielen, die durch den DFB gefördert und mit großem Interesse verfolgt wurde. (Bei einem Treffen sind die Plakate versehendlich mit der Aufschrift „Ostzone“ gedruckt worden was für Aufregung bei den DDR Funktionären sorgte. Wurden dann kurzfristig in „DDR“- Mannschaft geändert.)

Ende 1950 legte Heinz Himmel seine Ämter nieder, da die Zusammenarbeit mit den Spielern und der Vereinsführung nicht mehr klappte. Der Vorsitzende Albert Hachmeister übernahm noch einige Zeit die Aufgaben von Heinz Himmel, bis der Verein im Juli 1962 nicht mehr spielfähig war. Nur die Tennisabteilung, die im Herbst 1962 mit ihren Punktspielen in der 2. Klasse spielten. Ferner spielte noch die Damenhandballmannschaft einige zeit bis sich der Verein dann auflöste. Dieses geschah mit vielen Vereinen in unserer Region, da Autos, Fernseher und sonstige Vergnügungen Einzug in den Häusern hatten. Auch die Arbeitsplätze vieler Spieler lagen in Hamburg oder im Rheinland (Bergbau).

 

1. Reihe sitzend vlnr: Ewald Gutknecht, Günter Wensor, Richard Kurmis. 2. Reihe sitzend vlnr: Oskar Giese, Jochen Kalms, (?). 3. Reihe stehend vlnr: Alfred Kruse, Manfred Tägder, Heinz Himmel, Horst Kruska, K.-H. Neumann.
1. Reihe sitzend vlnr: Ewald Gutknecht, Günter Wensor, Richard Kurmis.
2. Reihe sitzend vlnr: Oskar Giese, Jochen Kalms, (?).
3. Reihe stehend vlnr: Alfred Kruse, Manfred Tägder, Heinz Himmel, Horst Kruska, K.-H. Neumann.

 

Kniend vlnr: Gerhard Wiegel, Heinz Himmel, Richard Kurmis. Stehend vlnr.: Willi Lühr, Wilhelm Martens, Burkhart Schmidt, Heinz Ott, Hans- Hermann Meyer, und drei Gastspieler.
Kniend vlnr: Gerhard Wiegel, Heinz Himmel, Richard Kurmis.
Stehend vlnr.: Willi Lühr, Wilhelm Martens, Burkhart Schmidt, Heinz Ott, Hans- Hermann Meyer, und drei Gastspieler.

An dieser Stelle danke ich Herrn Heinz Himmel aus Hamburg für seine Unterstützung für diesen Aufsatz.

 

Volker Weber im November 05.